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Leinsamen
dpa

Illegale Gen-Leinsamen in Lebensmitteln

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace stellt eigene Recherchen an und findet die illegale Leinsaat

  • bei Rewe in Mehrkornbrötchen der Marke Harry, in Frühstücksmüsli von Seitenbacher, in Backmischung Mehrkornbrot mit Hefe von Küchenmeister sowie in geschroteten Leinsamen der Eigenmarke von REWE
  • bei Edeka in geschroteten Leinsamen der Marke Schapfen Mühle
  • bei Schlecker in ganzen Leinsamen von Schapfen Mühle
  • bei Rossmann in Leinsaat der Firma Seeberger
  • in einer Mischprobe aus Dreispitz- und Mehrkornbrötchen der Bäckereikette Mr. Baker.

Die meisten Hersteller haben gegenüber Greenpeace Rückrufaktionen angekündigt.

Die Gen-Leinsaat Triffid

Die gefundene Gen-Leinsaat Triffid wurde 1988 in Kanada entwickelt, dem weltweit wichtigsten Anbauland für Leinsaat. Der größte Teil der Ernte wird in die EU exportiert. 1996 erhielt Triffid von den kanadischen Behörden eine Zulassung zum Anbau und als Futtermittel. 1998 folgte die Zulassung als Lebensmittel. 2001 wurde die Sortenzulassung des Gen-Leins zurückgezogen. Seitdem ist der Handel mit dem Saatgut, nicht jedoch dessen Anbau, in Kanada verboten. Dass die illegale Saat neun Jahre später in deutschen Brötchen und Müsli auftaucht, zeigt: Einmal in die Natur freigesetzte gentechnisch veränderte Konstrukte verbreiten sich unkontrolliert und sind nicht rückholbar.

Triffid wurde mit dem Ziel genmanipuliert, auf Böden angebaut zu werden, die mit Rückständen von Herbiziden (Sulfonylharnstoffen) belastet sind. Neben dieser Resistenz weist die Pflanze eine Anzahl weiterer zusätzlicher Gene auf. Dazu gehören Resistenzgene gegen Antibiotika, die als zusätzliche technische Hilfsmittel - sogenannte Markergene - eingebaut wurden. Die Antibiotikaresistenz-Gene können von Bakterien im Tier- oder Menschendarm aufgenommen werden.

Bakterien mit Antibiotikaresistenz-Genen können dazu führen, dass Krankheitserreger gegen bestimmte Antibiotika immun werden. Diese sind dann bei der medizinischen Behandlung von Menschen oder Tieren unwirksam. Bei der Beurteilung gesundheitlicher Risiken des Gen-Leinsamens verließ man sich ausschließlich auf einige wenige Messungen von Inhaltsstoffen der genmanipulierten Pflanzen. Gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier können nicht ausgeschlossen werden. Sie wurden nie wirklich untersucht.

Was können die Verbraucher tun?

Verbraucher können, wenn sie die von Greenpeace getesteten Produkte bereits gekauft haben, diese zurück an den Hersteller schicken und um Erstattung bitten. Bei allen anderen konventionellen Leinsamenprodukten tappt der Verbraucher derzeit im Dunkeln, weil weder Hersteller noch Behörden ihre Testergebnisse veröffentlichen. Hier können Verbraucher direkt beim Hersteller nachfragen und um öffentliche Aufklärung bitten. Die Verbraucher sollten nach Testergebnissen fragen und die Hersteller auffordern, diese beispielsweise auf der Firmenhomepage öffentlich zu machen.

Greenpeace fordert:

  • Kein Anbau von Gen-Pflanzen weltweit
  • Sofortiger EU-Importstopp für Leinsamen aus Kanada
  • Nulltoleranz von illegalen Gen-Pflanzen im Essen, im Tierfutter und im Saatgut

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