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Reisanbau in China: Ein Reisbauer hält Reiskörner in der Hand.
John Novis/Greenpeace

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Wir fordern von der Bundesregierung einen sofortigen Importstopp von Reislieferungen aus den USA. Denn die jetzt gefundene Gen-Reissorte, LLRice 601 des Bayer-Konzerns, wurde weder jemals als Lebensmittel zugelassen noch auf ihre Tauglichkeit als Nahrungsmittel getestet.

Und was den Fall rätselhaft macht: Mit der Sorte werden seit 2001 in den USA keine Feldversuche mehr durchgeführt. Dennoch wurde herkömmliche Ware nun versehentlich mit dem Gen-Reis verunreinigt. Wo kam der jetzt noch her?

Wenig vertrauenseinflößend ist auch der folgende Umstand: Die US-Behörden wissen bereits seit Ende Juli von der Kontamination, doch erst jetzt wurde die Öffentlichkeit informiert. Das US-Agrarministerium weigert sich, Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Gen-Reis zu treffen, da es keine Gefahr sieht.

Regierungen im Ausland haben schon reagiert. Tokio hat bereits am Samstag die Einfuhr von Langkornreis aus den USA verboten.

Dieser Fall zeigt erneut, dass Gentechnik nicht zu kontrollieren ist, erklärt Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace. Gen-Pflanzen dürfen nicht angebaut werden, sie gefährden die herkömmliche Landwirtschaft.

Der Verbraucher will nicht zum Versuchskaninchen gemacht werden. Daher brauchen wir einen Importstopp für Reis aus den USA, sagt Alexander Hissting. Und wir fordern, dass in Deutschland keine Gen-Pflanzen angebaut werden. Die herkömmliche Landwirtschaft darf nicht durch gentechnische Verunreinigungen in Gefahr gebracht werden.

EU-Recht erlaubt Importverbote

In der EU-Verordnung über gentechnisch veränderte Lebensmittel 1829/2003 heißt es: Niemand darf einen zur Verwendung als Lebensmittel/in Lebensmitteln bestimmten gentechnisch veränderten Organismus ... in Verkehr bringen, wenn der Organismus oder das Lebensmittel nicht über eine ... erteilte Zulassung verfügt und die entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen erfüllt.

Die Verordnung besagt zudem: Die Mitgliedstaaten können die geeigneten Maßnahmen ergreifen, um das unbeabsichtigte Vorhandensein von gentechnisch veränderten Organismen in anderen Produkten zu verhindern. Die Sache ist klar: Die deutschen Behörden können und müssen handeln!

analyse_schutzwaelder_mittelgebirge.pdf

analyse_schutzwaelder_mittelgebirge.pdf

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