Skip to main content
Jetzt spenden
AldiGenReis

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Diese Beurteilung entbehrt jeder Basis, da der Gen-Reis nicht ausreichend auf die Gefahren für Gesundheit und Umwelt getestet wurde. Deshalb darf es nicht heißen, er sei ungefährlich, kritisiert Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace.

Der Gen-Reis ist in erster Linie ein Präzedenzfall: Nach den Bestimmungen der Europäischen Kommission sind die Auswirkungen von LLRice 601 auf die menschliche Gesundheit nicht erforscht. Nötig wäre demnach dazu ein offizielles Zulassungsverfahren. Der LLRice 601 darf weltweit weder angebaut, noch als Nahrungsmittel verkauft werden.

Da es kein Zulassungsverfahren gab, stehen der Forschung keine Informationen zur Verfügung, die abschließend die Auswirkung des Reises belegen. Problematisch ist zudem: Werden entsprechende Untersuchungen zu Gen-Pflanzen durchgeführt, so ist es überwiegend die Industrie selbst, die die Tests durchführt oder in Auftrag gibt. Unabhängige Forschung zu Gen-Pflanzen ist selten, meint Brendel.

Um das Erbgut zu manipulieren, werden die Fremdgene in der Regel per Schrotschussverfahren in ein Genom eingesetzt. Dabei können die Forscher nicht bestimmen, wo genau sie im Genom landen. Ein solches Zufallsverfahren macht das Ergebnis unvorhersehbar. Trotz aufwändiger Zulassungsverfahren können kaum Aussagen über die Auswirkungen der Manipulation getroffen werden.

Selbst offizielle Zulassungsverfahren bieten kaum Sicherheit. Trotz fehlerhafter Unterlagen für das Zulassungsverfahren der Gen-Maissorte MON 863, ließ die in Europa zuständige Behörde EFSA im Jahr 2004 den Gen-Mais als Futtermittel zu. Fütterungsversuche an Ratten mit dem insektenresistenten Mais zeigten jedoch, dass der Verzehr der Körner Veränderungen im Blutbild und Organschäden hervorruft.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen 2005 auch australische Wissenschaftler. Sie mussten die Fütterungsversuche mit Gen-Erbsen an Mäusen einstellen. Der Grund: Die Tiere wurden krank, sie litten an den Symptomen einer Lungenentzündung. In die Hülsenfrüchte wurde zuvor ein Hemmstoff eingeführt, der sie gegen gegen den schädlichen Erbsenkäfer resistent machen sollte.

Da Gen-Pflanzen unkontrollierbar sind, sollten sie generell nicht mehr angebaut werden. Nur so können Verbrauchern gentechnikfreie Lebensmittel garantiert werden. sagt Brendel.

(Autorin: Cindy Roitsch)

Mehr zum Thema

Protest gegen illegale Gen-Pflanzen in Rumänien und Frankreich

  • 28.08.2020

Wer mit dem LKW am Mittwochmorgen die rumänische Insel Braila verlassen wollte, musste zunächst eine Dekontaminierungsstation passieren. 30 Greenpeace-Aktivisten hatten die Kontrolle über den Fährhafen übernommen und die Donauinsel unter Quarantäne gesetzt. In den LKW befand sich illegal angebaute Gen-Soja. Zur gleichen Zeit protestierten auch in Frankreich Greenpeace-Aktivisten gegen illegalen Gen-Maisanbau.

mehr erfahren

Patent auf die Milchkuh? Einspruch!

  • 28.08.2020

So unglaublich es klingt: Im Januar 2007 wurde vom Europäischen Patentamt (EPA) in München ein Patent auf Milchkühe erteilt. Dagegen hat Greenpeace am Mittwoch gemeinsam mit einem Bündnis aus Milchviehhaltern, Bauern und anderen Verbänden Einspruch eingelegt.

mehr erfahren
Arc-de-Triumph in-Paris

Stoppt Gen-Mais - Greenpeace auf dem Arc de Triomphe

  • 28.08.2020

Greenpeace-Aktivisten haben am Dienstagmorgen ein großes Banner mit der Aufforderung Ban GMO´s NOW am Arc de Triomphe in Paris aufgehängt. Sie fordern von der französischen Regierung, gentechnisch veränderte Organismen zu verbieten. Diese wird vorausichtlich innerhalb der nächsten Tage über den künftigen Umgang mit gentechnisch verändertem Saatgut entscheiden. Noch ist völlig offen, wie die Entscheidung ausfällt.

mehr erfahren
Illegal GMO Rice

Gentechnik auf dem Feld: Eine unkontrollierbare Gefahr

  • 28.08.2020

Mindestens 1,2 Milliarden US-Dollar Schaden - das ist die Bilanz des Gen-Reisskandals von 2006. Zu diesem Ergebnis kommen unabhängige Ökonomen in einem am Dienstag von Greenpeace International veröffentlichten Report. 2006 waren in US-Reisbeständen Spuren der Gen-Maisvariation LL601 von Bayer gefunden worden. Der Skandal hat die größte Finanz- und Handelskrise in der Geschichte der US-Reisindustrie ausgelöst. Auch Deutschland könnte ein solches Desaster drohen.

mehr erfahren
Maisschilder mit Fragezeichen versehen auf einem Mais-Feld, September 2002

Gen-Mais: Lackmustest für Minister Friedrich

  • 25.11.2019

Bis Anfang Februar müssen Bundeslandwirtschaftsminister Friedrichs und seine europäischen Kollegen darüber abstimmen, ob sie eine neue Gen-Pflanze zulassen. Es wäre die erste Zulassung seit drei Jahren. Für alle Verbraucher, aber auch für den just ernannten Minister eine wichtige Entscheidung: Ebnet Friedrich mit einer Enthaltung oder gar einem "Ja" der Gentechnik den Weg auf Europas Äcker? Oder stellt er sich mit einem klaren "Nein" hinter die Interessen der Verbraucher?

mehr erfahren
Essensschlange in Malawi, August 2002

"Goldener" Reis – eine gefährliche Illusion

  • 07.02.2019

Die mangelhafte Versorgung mit dem wichtigen Nährstoff Vitamin A ist eines der bedeutendsten Ernährungsprobleme in vielen Ländern vor allem Afrikas und Südostasiens. Hier fehlt zahlreichen Menschen der Zugang zu Lebensmitteln, die ausreichend Beta-Carotin (Pro-Vitamin A) enthalten, das der Körper zu Vitamin A umwandelt. Vitamin-A-Mangel kann zu Erblindung und Tod führen, vor allem Kinder sind betroffen.

mehr erfahren