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International tätige Großunternehmen, wie Bayer, Monsanto, Sandoz, Shell, Rhone Poulenc und Union Carbide (Dow), lieferten die hoch giftigen Chemikalien vor 25 Jahren nach Nepal, um asiatische Märkte zu erobern. Ein großer Teil der damals gelieferten Wirkstoffe ist inzwischen in den meisten Ländern der Welt verboten. Die Insekten- und Pilzgifte waren für Menschen zu gefährlich.

In Nepal aber treten die Gifte aus maroden Säcken und Tüten, zerbrochenen Flaschen und verrosteten Kanistern aus. Auf dem Boden der Halle hat sich eine Zentimeter dicke Schicht aus unterschiedlichen Giften gebildet. Überall im Raum liegen Kadaver von Ratten und tote Kakerlaken.

Die Chemikalien in der Halle gefährden die Gesundheit der Anwohner und derer Tiere, denn sie drohen, Wasservorräte und Äcker zu verseuchen. Greenpeace verpackt die Gifte zunächst in sichere Fässer und fordert gleichzeitig die Firmen zur Rücknahme und Entsorgung der Stoffe auf.

Hier ist Gefahr im Verzug, sagt Andreas Bernstorff, Chemieexperte von Greenpeace. Wir handeln stellvertretend für die verantwortlichen Firmen, wenn auch leider ohne deren Auftrag. Alle Firmen müssen auch im Ausland die Verantwortung für ihre Produkte übernehmen, ihre Gifte abtransportieren und fachgerecht entsorgen. Nepal, eines der ärmsten Länder der Welt, ist dazu nicht in der Lage, so Bernstorff.

Die größten Giftmengen in Kathmandu stammen von der Bayer AG - hauptsächlich chlororganisches Quecksilber, das in Europa seit Jahrzehnten verboten ist, oder hoch giftiges E605 (Parathion). Akute Gefahr geht von austretenden Säugetiergiften der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch) aus. Ebenso heikel sind uralte Gasflaschen mit Methylbromid der Linde Spezialgase AG.

Weltweit lagern eine halbe Million Tonnen Altpestizide als Umwelt-Zeitbomben in schlecht gesicherten Anlagen, oft in direkter Nähe zu Schulen und Wohnhäusern. Sie müssen entsprechend der Stockholmer Konvention zu Dauergiften und Altlasten dringend entsorgt werden.

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