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Supermarkt-Trauben

Greenpeace-Studie: Pestizidrückstände in Trauben sind besonders für Kinder akut gesundheitsgefährdend

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Die Akute Referenzdosis wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung und der Weltgesundheitsorganisation festgelegt. Sie beschreibt die Menge einer Substanz, die mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages aufgenommen werden kann, ohne ein gesundheitliches Risiko für den Konsumenten darzustellen. Bereits bei einmaliger Überschreitung dieses Grenzwertes besteht die Gefahr von Gesundheitsschäden. Diese Extrembelastungen wurden in 14 von 77 getesteten Traubenproben festgestellt.

In sechs dieser Fälle wurden die gesetzlichen Höchstmengen nicht überschritten. Das bedeutet, dass die geltenden rechtlichen Höchstmengen nicht vor gefährlich hohen Pestizidbelastungen von Kindern schützen. Dabei sind diese besonders gefährdet, da sie bezogen auf ihr Körpergewicht mehr verzehren und so eine höhere Pestiziddosis aufnehmen als Erwachsene.

Nie zuvor fand Greenpeace derart gefährliche Giftmengen im Obst, erklärt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. Würde ein 16,5 Kilogramm schweres Kind stark belastete Trauben von Tengelmann essen, wäre schon nach vier Einzeltrauben eine akute Schädigung des Hormon- oder Nervensystems zu befürchten. Der Verkauf solcher Früchte grenzt an Kriminalität.

Betroffen sind Märkte von Edeka, Lidl, Metro, Rewe und Tengelmann in Berlin, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Köln, Mannheim, München und Stuttgart. In einigen der untersuchten Früchte aus Italien und der Türkei wurden bis zu 18 Pestizide gleichzeitig nachgewiesen. Somit besteht die Möglichkeit, dass sich die Chemikalien gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Am häufigsten wurden das Insektenvernichtungsmittel Lambda-Cyhalothrin und das in Deutschland nicht zugelassene hormonell wirksame Pilzbekämpfungsmittel Procymidon gefunden.

Seit Jahren warnt Greenpeace vor zu hohen Pestizidrückständen im Obst und Gemüse deutscher Supermärkte, doch nichts passiert. Hier versagen die staatliche Lebensmittelüberwachung und die Verbaucherschutzpolitik. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, die Höchstmengen von Agrargiften deutlich zu senken und derart gefährliche Spritzmittel zu verbieten, so Krautter.

Greenpeace hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin, die Landesministerien und die untersuchten Supermarktketten über die Pestizidfunde informiert und sie aufgefordert, sofort Schutzmaßnahmen einzuleiten und das Schnellalarmsystem der EU-Kommission zu verständigen.

Außerdem hat Greenpeace Anzeige gegen die Supermarktketten erstattet wegen des Verkaufs gesundheitsgefährdender Lebensmittel. Verbraucher sollten unbedingt beim Einkauf auf rückstandsarme Ware achten. Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel, die in der Regel ganz frei von Pestizidrückständen sind, sagt Krautter. (Autorin: Nadine Behrens)

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