Jetzt spenden
Bioenergiedorf Jühnde
Paul-Langrock.de

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Fahrlässig nennt der Agrarwissenschaftler Martin Hofstetter diese Art, das Problem kleinzureden. Die Landwirtschaft sei zu einem beträchtlichen Teil mitschuldig am Klimawandel, bei den Klimagasen Lachgas und Methan sogar hauptverantwortlich. Es bestehe erheblicher Handlungsbedarf.

Fakt ist, dass die Landwirtschaft hierzulande allein durch Ackerbau und Viehhaltung elf Prozent der Klimagase ausstößt. Nimmt man zugekaufte Dünge- und Futtermittel und den eingesetzten Agrardiesel hinzu, sind es sogar 16 Prozent. Das sind keine Peanuts - es entspricht dem Klimagas-Ausstoß des Verkehrs.

Greenpeace-Experte Hofstetter empfiehlt der Ministerin, den Klimabericht aus ihrem eigenen Haus gründlich zu lesen, bevor sie am kommenden Samstag auf der Grünen Woche mit anderen Agrarministern über das Thema diskutiert. In dem Bericht wird zusammengefasst, wie viel Klimagase in welchem Bereich der Landwirtschaft entstehen. Und es werden zahlreiche notwendige Maßnahmen daraus abgeleitet, beispielsweise eine bessere angepasste Bodenbewirtschaftung, Reduzierung der Stickstoffdüngung und die Verminderung der Fleischproduktion.

Das passiert nicht von allein, sondern nur durch staatliches Eingreifen. Statt Augenwischerei zu betreiben, müssen die Bedingungen für ein klimafreundliches Wirtschaften verbessert werden. Letztendlich kommen wir in Deutschland auch an einer ehrlichen Diskussion über die Höhe der Fleischerzeugung und des Fleischkonsums nicht vorbei, so Martin Hofstetter. Allein aus der Tierhaltung stammen, die dazugehörige Futterproduktion mit eingerechnet, umgerechnet drei Viertel der Klimagase.

Es besteht auf allen Ebenen der Agrarproduktion ein erheblicher Regelungsbedarf, um die Treibhausgase zu reduzieren. Besonders wichtig ist, dass humusreiche Böden richtig bewirtschaftet und ehemalige Moore wieder vernässt werden, um dort den Abbau von Kohlenstoff zu stoppen. Auch muss der Nawaro-Bonus geändert werden - der Bonus für Strom aus nachwachsenden Rohstoffen. Er führt derzeit dazu, dass auf immer mehr Äckern humuszehrender Mais für Biogasanlagen angebaut wird. Stattdessen sollten Biogasanlagen auf Güllebasis stärker gefördert werden. Zudem muss die Stickstoffdüngung drastisch beschränkt und mit einer Abgabe belegt werden. Denn allein aus der mineralischen Düngung stammen derzeit umgerechnet 24,3 Millionen Tonnen CO2 jährlich.

Generell gilt: Der Staat sollte Bauern fördern, die auf eine klimafreundliche Landwirtschaft umsteigen wollen, zum Beispiel auf Ökolandbau oder eine klimafreundlichere Gülleverarbeitung über Biogasanlagen. Auch die EU ist gefragt: Agrarsubventionen darf es nur noch für Betriebe geben, die nachweislich klimafreundlich wirtschaften.

Landwirtschaft und Klima (deutsche Zusammenfassung)

Landwirtschaft und Klima (deutsche Zusammenfassung)

Anzahl Seiten: 4

Dateigröße: 149.48 KB

Herunterladen

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/wasser-schuetzen

Unser Wasser. Unsere Zukunft.

Nitrat im Glas, tote Zonen im Meer: Überdüngung bedroht das Grundwasser und lässt die Ostsee ersticken. Doch anstatt sie zu schützen, will Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) das Düngerecht aufweichen. Jetzt unterschreiben für sauberes Wasser und lebendige Meere!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Wasserstrahl sprudelt in ein Glas, das auf einem Tisch steht.

Mehr zum Thema

Wasserprobe wird in ein Testgefäß umgefüllt

Greenpeace testet Wasser in Bayern

Landwirtschaftsminister Rainer und weitere hochrangige CSU-Politiker durchlöchern das Düngerecht und schwächen so den Wasserschutz. Greenpeace nimmt Proben in ihrer Heimat.

mehr erfahren über Greenpeace testet Wasser in Bayern
Aktivistin nimmt mit einem an einem langen Stab befestigten Gefäß eine Wasserprobe aus einem Fluss.

Nitrat in Gewässern

Unser Trinkwasser gerät unter Druck, weil zu viel Dünger auf Äckern landet. Greenpeace informiert über mögliche Gesundheitsrisiken und Kosten, testet Gewässer und veröffentlicht die Ergebnisse online.

mehr erfahren über Nitrat in Gewässern
Zwei Hände heben Weizen aus einem Haufen.

EU will Gentechnik deregulieren

Die EU plant, Pflanzen aus Verfahren der Neuen Gentechnik massiv zu deregulieren. Das würde die gentechnikfreie Landwirtschaft, das Vorsorgeprinzip und die Transparenz gefährden.

mehr erfahren über EU will Gentechnik deregulieren
Freiwillige helfen einem Landwirt, auf seiner 100 Quadratmeter großen Farm gentechnisch veränderte Papayas zu beseitigen.

Gentechnik

Neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht versprechen ein lukratives Geschäft für die Gentechnik-Industrie. Doch der Einsatz der Agro-Gentechnik birgt unkalkulierbare Risiken.

mehr erfahren über Gentechnik
Traktor versprüht Pestizide auf einer Apfelplantage in Deutschland

Pestizide – Gefahr für Bienen, Mensch und Umwelt

Pestizide sind überall – auf Feldern, in Wäldern und in privaten Gärten. Sie stecken sogar in konventionellem Obst und Gemüse. Gift für Ökosysteme, Artenvielfalt und Menschen.

mehr erfahren über Pestizide – Gefahr für Bienen, Mensch und Umwelt
Drei junge Frauen sitzen an einem mit Getränken und vegetarischen Speisen gedeckten Tisch.

12 Tipps für nachhaltiges Essen

Gutes Essen – was bedeutet das? Dass es lecker ist, na klar. Gesund soll es sein, umweltschonend und fair produziert. Wie das geht? Wir haben 12 Tipps zusammengestellt.

mehr erfahren über 12 Tipps für nachhaltiges Essen