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Ein Haufen Paprikas in einem Warenkorb
© Axel Kirchhof / Greenpeace

Jede dritte Paprika ist pestizidverseucht

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Gesundheitlich besonders heikel sind auch Mixturen aus bis zu acht verschiedenen Pestiziden, die bei zehn Proben gefunden wurden. 

Der Lebensmittelhandel ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Obst und Gemüse voller Pestizide verkauft werden, kritisiert der Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. Statt Billigware mit Giftcocktails muss endlich Qualität in die Regale.

Besonders schlecht schnitten spanische und türkische Paprika von Lidl, Real (Metro-Gruppe) und dem Rewe-Discounter Penny ab. Diese Paprika sind gesundheitlich bedenklich und der Verkauf ist gesetzwidrig, sagt Krautter. Die Handelsketten müssen die Ware umgehend vom Markt nehmen.

Zwischen Juni und August hat Greenpeace 36 Paprikaproben bei den acht größten deutschen Lebensmittelketten gekauft und von einem anerkannten Fachlabor untersuchen lassen. Unter den nachgewiesenen Pestiziden befindet sich das sehr giftige Insektizid Methamidophos, das Embryo schädigende Pilzbekämpfungsmittel Myclobutanil und die möglicherweise Krebs erregenden Insektizide Dimethoat und Buprofezin.

Paprika aus Südeuropa gehören zu den Gemüsesorten, die am stärksten und häufigsten mit Pestiziden belastet sind. Dass sie es bis auf den Teller des Verbrauchers schaffen, liegt am Mangel wirksamer Qualitätskontrollen durch den Handel und unzureichender Überwachung durch die Behörden.

Damit zeichnet sich für die Lebensmittelüberwachung in Deutschland ein erschütterndes Bild ab: Weder handelt es sich um Einzelfälle - schon im Frühjahr deckte Greepeace einen ähnlich gelagerten Erdbeer-Pestizid-Skandal auf -, noch kann man sein Gewissen damit beruhigen, dass die Exklusivität des Geschäfts für sorglose Qualität birgt. Auch im Berliner Nobel-Kaufhaus KaDeWe (Kaufhaus des Westens) fand Greenpeace in der vergangenen Woche mit Pestiziden belastetes Obst und Gemüse.

Weiteres Ergebnis der Laboranalysen: Sehr gering oder nicht nachweisbar waren Pestizidrückstände lediglich bei Paprika aus Holland und aus biologischem Anbau.

Greenpeace fordert:

  • verstärkte Kontrollen der Frischware durch den Lebensmittelhandel und die Behörden.
  • Die Supermarktketten müssen sofort sicherstellen, dass keine Ware mehr angeboten wird, die die Grenzwerte überschreitet.
  • Mittelfristig dürfen nur rückstandsfreie Lebensmittel verkauft werden.

Wer von diesen Skandalen genug hat und etwas für gesunde Lebensmittel ohne Gift und Gentechnik machen will, kann dies in unserer Verbraucherorganisation EinkaufsNetz tun, sagt Krautter. Dort gibt es neben Informationen zur Ernährung auch Möglichkeiten, aktiv zu werden.(mir)

Wer's genau wissen will:

Ausführliche Hintergrundinformationen zu den Laboranalysen (PDF, 57 kb).

Weitere Informationen finden Sie auf unseren EinkaufsNetz-Seiten (Verbraucherkampagne).

Pestizide_in_Paprika_1.pdf

Pestizide_in_Paprika_1.pdf

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