Skip to main content
Jetzt spenden
Raps-Blüte mit Honig-Biene.
Bernhard Nimtsch/Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

"Das Vorgehen des BVL reicht nicht aus", sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. "Nach wie vor ist die Anwendung nicht verboten. Das heißt, dass Bauern bereits gekauftes Saatgut weiterhin ausbringen dürfen." Zudem müssten andere Länder gewarnt werden.

Der Deutsche Berufs- und Erwerbs Imkerbund (DBIB) wirft dem BVL vor, dieses hochtoxische Mittel überhaupt zugelassen zu haben. Außerdem gäbe es schon lange Hinweise auf eine Gefährdung von Bienen durch dieses Pestizid. So kamen aus Italien und Frankreich frühzeitig Warnungen.

Auch Greenpeace hatte vom BVL gefordert, jede mögliche Ursache für das Bienensterben abzustellen: "Dazu gehört auch ein Verbot hochgiftiger Spritzmittel", so Krautter. Doch das BVL verwies darauf, dass die Imker ihre Bienenvölker woanders aufstellen könnten und empfahl Bauern, dass mit Clothianidin behandelte Saatgut vorsichtiger auszusäen.

Letztendlich wurden die Befürchtungen bestätigt. "Aus den bisherigen Auswertungen [...] kann eindeutig geschlossen werden, dass eine Vergiftung der Bienen durch Abrieb des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Clothianidin von Maissaatgut vorliegt", folgert das offiziell mit der Untersuchung beauftragte Julius Kühn-Institut.

Krautter unterstützt die Forderungen der Imker nach Schadensersatz: "Die Verantwortlichen müssen für den entstanden Schaden zahlen." Ob das Bayer-Gift noch weitere Schäden verursacht hat, ist bislang unklar. Geprüft werde derzeit, ob zum Beispiel Honig betroffen ist.

Mehr zum Thema

Baking Bread with Animal-Feed Wheat in Germany

Aktion Rettungsbrot

  • 11.10.2022

Aus Futtergetreide lässt sich kein Brot backen? Mit fünf Tonnen Weizen und der Hilfe eines Müllers und eines Bäckermeisters hat Greenpeace den Gegenbeweis angetreten.

mehr erfahren
Tisch gedeckt mit vegetarischem Essen

Wie gesunde Ernährung aufs Klima wirkt

  • 07.09.2022

Eine Ernährung mit weniger Fleisch und Milch würde den Flächenverbrauch in der Landwirtschaft um 40 Prozent reduzieren, zeigt eine neue Greenpeace-Studie.

mehr erfahren
Mähdrescher auf einem großen Weizenfeld in der Ukraine, 2021

Knappes Getreide: EU kann Exportausfälle der Ukraine ausgleichen

  • 05.04.2022

Der Krieg in der Ukraine verknappt das Angebot an Getreide und Pflanzenölen auf dem Weltmarkt. EU-Staaten könnten die Exportausfälle ausgleichen.

mehr erfahren
Flugzeug versprüht Pestizide über Feld

Vergiftete Doppelstandards

  • 16.11.2021

Deutschland lässt den Export und Vertrieb bienengiftiger Pestizidwirkstoffe nach und in Brasilien zu. Teilweise sind sie aufgrund hoher Risiken in der EU nicht mehr zugelassen.

mehr erfahren
GE Clearing Contaminated Farm in Thailand

Gentechnik

  • 18.06.2021

Neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzucht versprechen ein lukratives Geschäft für die Gentechnik-Industrie. Doch der Einsatz der Agro-Gentechnik birgt unkalkulierbare Risiken.

mehr erfahren

Von wegen unsichtbar

  • 10.06.2021

Mit einem neuen, frei zugänglichen Verfahren kann erstmals die Anwendung sogenannter neuer Gentechnik bei einer Rapssorte nachgewiesen werden.

mehr erfahren