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Wasserfall im afrikanischen Regenwald, März 2003.
Markus Mauthe / Greenpeace

Stellungnahme zum Buch "Die Wahrheit über IKEA" von Johan Stenebo

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Am Sonntagabend ist in der Sendung "titel, thesen, temperamente" über das Buch "Die Wahrheit über Ikea" eines ehemaligen Spitzenmanagers des schwedischen Möbelimperiums IKEA berichtet worden. Johan Stenebo, der sich selbst als Fan und Unterstützer von Greenpeace bezeichnet, äußert sich in dem Buch auch über Greenpeace. Es gibt einige Passagen in dem Buch, die wir richtigstellen und kommentieren wollen.

Herr Stenebo lobt in seinem Buch wiederholt, dass Greenpeace kein Geld von IKEA bekommen hat und das auch nicht annehmen würde. Das ist völlig richtig. Greenpeace ist überparteilich, und unabhängig von Industrie, Staat und Parteien. Wir werden von über 560.000 Menschen in Deutschland finanziell unterstützt, dies ermöglicht uns genau die Unabhängigkeit und damit die Auseinandersetzung mit Umweltzerstörern.

In dem Buch gibt es aber aus unserer Sicht an mehreren Stellen, Greenpeace betreffend, missverständliche oder sogar unwahre Aussagen. In dem Buch werden Gespräche zu einer Kooperation von IKEa mit Greenpeace dargestellt. Ikea wandte sich Ende der 90er Jahre an Greenpeace, da es Umweltschutz finanziell unterstützen wollte. Greenpeace machte klar, dass es wie immer keine Spenden von Unternehmen annimmt. Greenpeace schlug vor, wenn sich IKEA für den Schutz von Urwäldern engagieren wolle, das Projekt "Global Forest Watch" zu unterstützen.

Das Projekt zur Kartografierung der Urwälder erschien als sinnvolle Maßnahme, denn nur wenn man Karten von Urwäldern erstellt, kann man auch die Gebiete schützen. Das Projekt Global Forest Watch war unabhängig von Greenpeace entstanden und wurde vom World Ressource Insitute gegründet. Es gehört nicht zur Greenpeace. IKEA ist für Greenpeace auch sonst kein wichtiger Kooperationspartner, es gibt keine Kooperation oder Zusammenarbeit mit IKEA.

Die Aussage, dass Greenpeace zu den Beschützern des Konzerns gehört (S.243), ist falsch. Greenpeace führt Gespräche mit vielen Unternehmen, um sie schon vor einer Kampagne oder einer Aktivität zum Umdenken zu bringen, im letzten Jahr z. B. ADIDAS mit der Einkaufspolitik für Leder im Amazonas.

Greenpeace führte in den letzten 20 Jahren mehrfach Gespräche mit IKEA, die immer den Schutz der Umwelt inne hatten. IKEA wird von Greenpeace auch klar als Umweltzerstörer benannt, wenn wir dafür Belege haben.

IKEA ist z. B. auch in dem Greenpeace Bericht Slaughtering the Amazon von 2009 enthalten, wo es um Firmen geht, die zur Zerstörung des Urwaldes im Amazonas beitragen.

Greenpeace hat sich mit IKEA zum Beispiel auch kritisch auseinandergesetzt, als IKEA seinen Katalog nach einer Forderung von Greenpeace auf chlorfreies Papier umstellte. Dies ist aber mitnichten als Zusammenarbeit zu bezeichnen oder als Kooperation. Es ist eher eine recht einseitige Angelegenheit, da Greenpeace klare Forderungen stellt. Es ist also mitnichten so, dass Greenpeace IKEA unkritisch gegenüber steht, wie Herr Stenebo falsch behauptet. Im Gegenteil.

Stenebo behauptet, dass 1/3 des Holzbedarfs von IKEA aus illegalem Holzeinschlag kommt?

Wir haben bei zahllosen Holzfirmen deren illegale Praktiken angeprangert und haben auch immer wieder erfolgreich Gespräche geführt und die Unternehmen von einer Änderung ihrer Praktiken überzeugt. Sollte die Behauptung von Herrn Stenebo über IKEA richtig sein, wäre dies ganz klar eine nicht akzeptable Umweltzerstörung. Wir haben dazu aber bisher keine Hinweise. Wenn wir diese hätten, würden wir selbstverständlich nicht schweigen. IKEA muss sich umgehend zu diesen Vorwürfe äußern.

(Verfasser: Michael Pauli)

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