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Portrait des Greenpeace-Gründers Jim Bohlen
Greenpeace

Greenpeace-Gründer Jim Bohlen ist tot

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace ist wie ein Kind für mich. Ich sehe mit an, wie die Organisation wächst und sich entwickelt. Aber wir mussten hart arbeiten, um sie groß zu ziehen. Jim Bohlen, einer der Gründer von Greenpeace, ist am 5. Juli im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war bei einer der ersten Aktionen von Greenpeace dabei und protestierte an Bord der Phyllis Cormack gegen die US-amerikanischen Atomtests.

Diese erste Aktion lief noch unter dem Namen Don't make a Wave. 1968 lernten Jim Bohlen und seine Frau auf einer Friedensdemonstration in Vancouver zwei Gleichgesinnte kennen: Irving und Dorothy Stowe. Sie alle waren Mitglieder des Sierra Clubs. Da diese Organisation aber keine Aktion gegen die Atomtests plante, wurden die vier selbst aktiv.

Mit der Phyllis Cormack wollten sie die Tests stören. Das war kein Abenteuer sondern eine todernste Angelegenheit, erzählte Jim Bohlen, der erst Tiefseetaucher bei der US-Marine war und zu der Zeit als Ingenieur arbeitete. Auf See kämpften wir uns durch Stürme mit zehn Meter hohen Wellen und gleichzeitig riskierte ich meinen Job bei der Regierung.

Die Aktion erregte großes Aufsehen - und zeigte Wirkung. Von sieben geplanten Testes führte die amerikanische Regierung nur drei durch. Greenpeace feierte seinen ersten Erfolg. Der Schiffskoch hatte die Wortkombination Green Peace in den Raum geworfen, als die Crew einen neuen Namen für das Schiff suchte. Auf dem ersten Button war wenig Platz. Kurzerhand schrieben die Mitglieder des ehemaligen Don't make a Wave-Commitees Greenpeace zusammen - und hatten einen neuen Namen.

Als Greenpeace sich 1974 mehr mit Wal- und Robbenschutz befasste, als gegen Atomenergie vorzugehen, stieg Jim Bohlen vorübergehend aus. Er gründete mit seiner Frau die Greenpeace-Experimental-Farm auf Denman Island in Kanada. Dort suchten sie einen Weg zu einer Energie unabhängigeren Lebensweise. 1979 kam Jim als Abrüstungskampaigner zu Greenpeace zurück. Er nahm unter anderem an der Kampagne Nuclear Free Seas - Atomfreie Meere teil. Erst 1987 schied er aus der Organisation aus.

Der Mitbegründer hatte viel Lob für Greenpeace, äußerte aber auch Kritik: Meiner Meinung nach müssten wir kämpferischer werden. Ich meine damit nicht noch mehr versenkte Schiffe. Aber wir sollten bei unseren Forderungen nicht so viele Kompromisse eingehen.

Jim Bohlen bezeichnet Greenpeace als die Krönung seiner beruflichen Leistungen. Greenpeace verdankt ihm nicht nur die erste erfolgreiche Aktion, sondern auch eine klare Richtung und viel Kampfesgeist.

  • An Bord der Phyllis Cormack: Patrick Moore, Richard Fineberg und Jim Bohlen

    Jim Bohlen

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