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Carolin Wenzel
© Greenpeace

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Greenpeace Online:: Seit wann arbeitest du für Greenpeace Australien und was machst du dort genau?

Carolin: Ich arbeite seit August 1999 in der Pressestelle von Greepeace in Australien. Die erste Zeit jobbte ich auf Honorarbasis als Consultant wie es bei uns heißt. Seit März 2001 bin fest angestellte Pressesprecherin für Greenpeace Australien-Pazifik.

Greenpeace Online:: Was bedeutet eigentlich Australien-Pazifik?

Carolin: In unserem Büro beschäftigen wir uns mit den global wichtigen Umweltthemen eines riesigen Gebietes. Es ersteckt sich über den ganzen pazifischen Raum und geht von Mikronesien über Polynesien und Melanesien bis nach Australien. Unser Hauptbüro ist in Sydney. Dort arbeiten auch die meisten von uns und dort ist auch unser Aktionslager.

Ein weiteres kleines Büro haben wir in Canberra, unser Hauptstadt. Canberra erinnert ein wenig an die frühere deutsche Hauptstadt Bonn, die im Gegensatz zu Berlin ja auch recht klein war. Außerdem haben wir ganz tolle und in unserer Region sehr bekannte Büros in Suva auf Fiji, Port Moresby in Papua Neuguinea und Honiara auf den Solomon Inseln.

Greenpeace Online:: Wie groß ist das Büro in Australien und zu welchen Themen arbeitet ihr dort?

Carolin: Insgesamt haben wir etwa 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Büros und in den lokalen Gruppen. Lokale Gruppen haben wir in jeder Haupstadt unserer Bundesstaaten, die da sind Sydney, Melbourne, Adelaide, Tasmanien, Queensland, Western Australien und Canberra. Außerdem haben wir noch eine fantastische Gruppe in Suva.

Wir arbeiten in unseren Büros zu den Themen Energie-Revolution mit Schwerpunkt Klimawandel, zu Meeren mit den Schwerpunkten pazifische Fischerei und Wale. Beim Thema Urwäler focussieren wir uns auf die Paradieswälder in Papua-Neuguinea und die Wälder auf den Solomon Inseln. Das True Food Network ist unser Konsumenten- bzw. Verbrauchernetz. Das True Food Network arbeitet hauptsächlich zu Gentechnik.

Unsere größten Projekte in diesem Jahr sind die Global Forest Rescue Station (Urwaldschutzstation) in der Lake Murray-Region in Papua Neuguinea und die internationale SOS Weltmeertour. Die Global Forest Rescue Station ging von Februar bis Ende Juni, ist also gerade beendet worden. Dort war auch ein Aktivist aus Deutschland, Florian.

Im September und Oktober kommt die Esperanza auf der SOS Weltmeerexpedition in den Pazifik. Unsere Ziele sind die Tunfische und die kleinere Tunfisch-Fischerei zu schützen. Im Pazifik gibt es große industrielle Fischereiflotten, die die Tunfische wegfangen und die viel zu wenig für die Fischerei-Lizenzen an die pazifischen Staaten zahlen.

In unserer Pazifikarbeit gehen wir meist Partnerschaften mit der lokalen Bevölkerung ein. Wir helfen ihnen, ihre Umweltschätze für die Zukunft zu bewaren und sich gegen gewissenlose Konzerne zu verteidigen.

Greenpeace Online:: Was sind die größten Umweltprobleme bei euch? Wie ist das Umweltbewusstsein bei der Bevölkerung und den Medien in Australien?

Carolin: Australien ist ein sehr großes Land und auch der Pazifik ist eine riesige Region, die dazu noch teilweise wenig besiedelt ist. Wir haben dort ganz einzigartige Tiere, besondere Landschaften und außergewöhnliche marine Gebiete. Und das alles ist bedroht.

Wir glauben unser größtes Umweltproblem ist der Klimawandel. Australien ist der größte Klimaverschmutzer der Welt. Das heisst, wir schicken pro Einwohner mehr CO2 in die Luft als andere Länder. Trotzdem will unsere Regierung nichts mit Kyoto zu tun haben.

{image_r}Außerdem ist unser größtes Exportgut die Steinkohle. Im Juli 2005 waren wir mit der Rainbow Warrior im großen Rahmen gegen den Kohleexport über unseren Hafen in Newcastle aktiv. Newcastle ist der größter Exporthafen für Kohle in der Welt.

Unsere Umweltschätze, wie beispielsweise die Korallen des Great Barrier Reefs und viele pazifische Inseln sind durch den Klimawandel akut bedroht. Das ist den meisten Menschen in Australien bewusst. Die Australier wissen viel über den Klimawandel und unterstützen unsere Arbeit. Sogar in einer Stadt wie Newcastle, wo viele von der Kohle- und Stromindustrie leben.

Volksabstimmungen zeigen das mehr als 70 Prozent der Australier wollen, dass unsere Regierung mehr gegen den Klimawandel unternimmt. Sie wollen, dass wir mehr Erneuerbare Energien produzieren und nutzen. Im Juli konnte Greenpeace einen großen Erfolg in einem Staat in Südaustralien erreichen. Es ist der erste Staat, der sich zum Ziel gesetzt hat 20 Prozent seines Stroms über Erneuerbare Energien herzustellen - so wie Deutschland.

Greenpeace Online:: Wie ist die Unterstützung für Greenpeace in Australien und welche Rolle spielt Greenpeace dort?

Carolin: In Australien sind wir eine der oder vielleicht auch die größte Umweltorganisation. Wir haben über 100.000 Förderer und etwa 30.000 Online-Aktivisten. Wir arbeiten gut mit anderen Umweltgruppen zusammen, führen aber die Arbeit zu Klimawandel und Erneuerbare Energien mit unserer Clean Energy Now!-Kampagne an. Außerdem sind wir die einzige Organisation, die sich wirklich aktiv gegen die Abholzung der Paradieswälder in Papua Neuguinea und für den Meereschutz im Pazifik einsetzt.

Greenpeace Online:: Carolin, herzlichen Dank für das Interview!

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