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Olympia-Stadium in Sydney, Australien. Die 19 Solartürme erleuchten bei Nacht den Olympic Boulevard.
© Matthias Ziegler/Greenpeace

Greenpeace und Olympia 2000

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Unter mehr als hundert Teilnehmern überzeugte ein anonymeingereichter Entwurf das australische Bewerbungskomitee und kam in dieEndrunde - der Entwurf des australischen Greenpeace-Büros für einautofreies, schadstoffarmes, energie- und wassersparendes, mitSolarenergie gespeistes Athletendorf. Greenpeace wollte damit zeigen,was eine Stadt mit ehrlichem Umweltengagement erreichen kann.

Umweltbewusste Architekten und Stadtplaner wurden befragt, ihre Ideen und Erfahrungen aus der Praxis wurden gesammelt.

Die Vorbereitung für den Architekturwettbewerb zur Gestaltung desOlympiadorfes waren umfangreich: Der Greenpeace Entwurf sah vor, dassdas gesamte Gebiet autofrei ist, eine vollständige Energieversorgungaus regenerativen Energiequellen gewährleistet wird und alleeingesetzten Baumaterialien nach den neuesten baubiologischen Standardsausgewählt sind. Die Ver- und Entsorgung des Geländes sollte soressourcenschonend wie möglich erfolgen. Das gesamte Baukonzept sollteaußerdem als internationales Schaufenster für die modernstenUmwelttechnologien dienen.

Von 100 eingereichten Entwürfen, zumeist von großen Baukonzernen undEntwicklungsgesellschaften, kam das vorgeschlagene Konzept vonGreenpeace unter die ersten fünf Plätze. Danach haben viele engagierteIdeen und Innovationen dazu beigetragen, dass eine umfassende undpraxisnahe Planung der Grünen Spiele möglich wurde. Greenpeacehat mit zahlreichen Experten aus Energiewirtschaft, Abfallentsorgungund Sanierungstechnik, sowie Architekten, Wissenschaftlern und eigenenFachleuten in einem zu kritisieren und Erfolge ausdrücklich zu loben.

Die Umweltschutzaspekte der Olympischen Spiele wurden nach einigenSchwerpunktthemen beurteilt: Erneuerbare Energien, Energieeffizienz,Öffentliche Verkehrsmittel, Altlastensanierung, PVC-freie Materialien,Müllvermeidung, effizientes Wasser- und Abwassermanagement, Schutzgefährdeter Arten und Verwendung von Holz aus nachhaltigerForstwirtschaft.

Ergebnis: Das Olympische Dorf zählte im Jahr 2000 zu einer dergrößten solar versorgten Siedlungen der Welt. Das neu gebauteStadtviertel war zu rund 80 Prozent PVC-frei und während der Olympiadefür den öffentlichen Autoverkehr gesperrt. Damit ist es einhervorragendes Beispiel für zukunftsorientierte Stadtplanung.

Die Rolle von Greenpeace

Seit Greenpeace sich an der Vorbereitung der Olympischen Spiele inSydney beteiligt hat, werden auch andere Länder, die sich für eineAustragung der Olympiade bewerben, mit zahlreichen Informationenversorgt, um die Idee der Grünen Spiele weiter zu tragen.Auchdamalige IOC Präsident Juan Antonio Samaranch nimmt sich dieses Konzeptzu Herzen. In seiner Rede bei der ersten Konferenz für Sport und Umwelt 1996, sagte er: DasInternationale Olympische Komitee ist entschlossen die Umwelt alsdritte Dimension für die Olympiade aufzunehmen, die ersten beiden sindSport und Kultur.Zurzeit läuft das Bewerbungsverfahren für dieAustragung der Olympischen Spiele 2012. Für Greenpeace Deutschland istwichtig, dass die Umweltfreundlichkeit der Spiele von Sydney dannwieder übertroffen wird. Deshalb hat Greenpeace Deutschland dieBewerbung der Stadt Leipzig beratend begleitet. In diesem Jahr ist diedeutsche Bewerbung allerdings aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

Was sind die Umweltrichtlinien?

Die Green Guidelines, die Umweltrichtlinien, sollen künftig für alleAustragungsorte der Olympischen Spiele gelten. Sie sollen die Leitliniefür alle Planer, Ingenieure, Veranstalter und deren Sponsoren sein,damit die Olympischen Spiele in Zukunft weitestgehend umweltfreundlichorganisiert und durchgeführt werden. Die Richtlinien wurden auf derGrundlage der Ergebnisse der UN-Umweltschutzkonferenz von 1992 und vonGreenpeace Vorschlägen erarbeitet und im September 1993 veröffentlicht.Die Regierung von Australien und der Bundesstaat New South Wales (NSW) verpflichteten die Organisatoren der Olympiade in Sydney, dieseUmweltrichtlinien bei der Planung, dem Bau und der Durchführungeinzuhalten.

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