Papierverbrauch und Umweltzerstörung

Der blaue Planet verliert sein Grün: 80 Prozent aller Urwälder der Erde sind inzwischen zerstört, 40 Prozent der verbleibenden Wälder akut bedroht. Alljährlich werden nach FAO-Schätzungen 13 Millionen Hektar Wald vernichtet. Die Umwandlung von Wäldern in Plantagen trägt wesentlich zur fortschreitenden Entwaldung bei. Neben den Wäldern wird auch Ackerland zunehmend für die Anlage von Plantagen genutzt. Die Folge ist, dass Ackerland immer knapper wird, Millionen Menschen von ihren Ländereien vertrieben und auf der Suche nach Ackerland in neue Waldgebiete abgedrängt werden.
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Mit den Wäldern geht eine enorme Arten- und Pflanzenvielfalt verloren, denn nach Schätzungen des World Resources Institute leben etwa zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten im Wald. Wälder sind zudem Lebensraum von mehreren Hundert Millionen Menschen, die direkt im oder vom Wald leben.

Die Folgen der Waldvernichtung werden immer bedrohlicher: Bodenerosionen, Erdrutsche und Überschwemmungen nehmen in rasantem Tempo zu. Längst ist erwiesen, dass Urwaldzerstörung maßgeblich zur weltweiten Klimaerwärmung beiträgt. Nach Schätzungen des IPCC werden zwischen rund 20 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen durch die Waldvernichtung und deren Folgen verursacht.

Diese zerstörerischen Entwicklungen werden vor allem durch den hohen Papierverbrauch in den Industriestaaten sowie zunehmend auch in Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien beschleunigt. Die Effizienzgewinne, zum Beispiel durch einen höheren Einsatz von Altpapier, werden durch stetiges Mengenwachstum zunichte gemacht.

Deutschland ist mit einem Gesamtverbrauch von rund 23 Millionen Tonnen einer der größten Papierkonsumenten weltweit. Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich 242 Kilogramm Papier pro Jahr (2010). Zum Vergleich: 1950 lag der jährliche Papierverbrauch noch bei 32 Kilogramm pro Person. Trotz hoher Altpapiereinsatzquoten wird ein Großteil der Zellstofffasern importiert. Hinzu kommen Importe von bereits verarbeiteten Papierprodukten. Der Schlüssel zu einem nachhaltigen Papierverbrauch liegt in einer deutlichen Reduzierung des Rohstoffverbrauchs durch Einsparungen, papierlose Alternativen und durch einen verstärkten Einsatz von Recyclingpapier.

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