Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Klimakiller Gartenmöbel

Nicht FSC-zertifizierte Möbel aus Tropenholz beschleunigen die Zerstörung der letzten Regenwälder und damit den Klimawandel

  • /

Der Druck auf die Urwälder wächst rasant, mitverursacht durch die steigende Nachfrage nach Holz in den Industrieländern. Zuerst werden die Edelhölzer eingeschlagen, dann Bäume für die Papier- und Zellstoffgewinnung abgeholzt. Schließlich wird der restliche Wald abgebrannt, um Viehweiden, Sojaplantagen, Ölpalmenplantagen sowie Holzplantagen anzulegen. Holzarten wie Teak und Eukalyptus werden in Indonesien und Brasilien in Plantagen angepflanzt, um sie zum Beispiel zu Gartenmöbeln zu verarbeiten.

Um die letzten Urwälder zu schützen, muss aber niemand auf Gartenmöbel aus Hartholz verzichten, denn es gibt auch urwaldfreundliche Produkte. Eine Möglichkeit sind Möbel aus nichttropischen Hölzern wie Eiche oder Robinie, die sehr wetterfest sind. Außerdem bieten viele Händler inzwischen Gartenmöbel an, die das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) tragen. Möbel mit dem FSC-Siegel sind empfehlenswert, da ihr Holz garantiert aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen oder Wäldern stammt.

Der Forest Stewardship Council ist eine von allen großen Umweltverbänden anerkannte Organisation, die weltweit ökologisch verträgliche und sozial gerechte Waldwirtschaft zertifiziert. Viele große Baumärkte haben nach Auseinandersetzungen mit Greenpeace ihr Sortiment auf FSC-Ware umgestellt.

Betrug mit Plantagenholz

Leider findet man auf dem Gartenmöbelmarkt auch zahlreiche unseriöse Holzsiegel. Diese Siegel und auch die Aufschrift aus staatlichen Plantagen sollen vortäuschen, dass das Holz ohne Urwaldzerstörung gewonnen wurde. Dem Verbraucher wird kontrollierte und nachhaltige Ware suggeriert. Tropenholzplantagen sind problematisch, weil häufig wertvoller Urwald gerodet wird, um Platz für sie zu schaffen. Plantagen können Wälder nicht ersetzen, da sie nur wenigen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Außerdem können sie die wichtige Rolle des Urwaldes für Klima und Wasserkreislauf nicht erfüllen.

Die Monokulturen der Plantagen werden in der Regel intensiv mit Düngern und Pestiziden behandelt. Die Plantagenarbeiter sind diesen Giftstoffen häufig ungeschützt ausgesetzt und werden oft sehr schlecht bezahlt. Plantagenholz ist nur dann unbedenklich, wenn es das FSC-Siegel trägt, das ökologische und soziale Standards garantiert.

Herkunft der Gartenmöbel

Sitzbänke, Gartenstühle und Terrassentische sind oft aus Teak, Akazie oder Eukalyptus. Dieses Holz wird zum Beispiel auf Plantagen in Indonesien und Brasilien auf Plantagen angebaut. In Deutschland erhältliche Gartenmöbel stammen vor allem aus Südostasien. Mit den Urwäldern werden unzählige Tier- und Pflanzenarten der indonesischen Inselwelt ausgerottet. Die bekanntesten Arten sind der Königstiger und das Nashorn auf Sumatra sowie der Orang-Utan auf Nordsumatra und Borneo. Die Zahl dieser Menschenaffen ist in den letzten Jahren um die Hälfte gesunken. Wenn die Urwaldzerstörung nicht aufhört, wird es schon in wenigen Jahren keine frei lebenden Orang-Utans mehr geben.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Die Mischung macht‘s

Zu jung, zu eintönig, zu wenig naturnah – der deutsche Wald ist buchstäblich nicht mehr er selbst. Mit Folgen für die biologische Vielfalt und das Klima, so eine aktuelle Studie.

Mängelexemplar Qualitätssiegel

Greenpeace beendet seine Mitgliedschaft im FSC, der mit seinem Siegel nachhaltige Forstwirtschaft kennzeichnen will. Waldexperte Christoph Thies erklärt den Schritt.

Grünes Licht für den Wald

Kann der deutsche Wald das Klima wirkungsvoller schützen als bisher? Wenn ja, wie? Greenpeace-Waldexpertin Sandra Hieke erklärt, wie Forstwirtschaft dafür künftig aussehen müsste.