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Nationalpark Kellerwald ab 25. Mai eröffnet

Nach vielen Jahren heftigen Ringens wird am Dienstag in Hessen der Nationalpark Kellerwald-Edersee offiziell eröffnet. Damit sind knapp 6.000 Hektar einmaligen Rotbuchen-Urwalds endlich geschützt. Trotz aller Freude über diesen Erfolg hat Greenpeace dem Land in der vergangenen Woche schwere Versäumnisse beim Aufbau des Nationalparks vorgeworfen.

Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser forderte die hessische Regierung auf, die Verwaltung des Nationalparks direkt dem Umweltministerium zu unterstellen. Bislang ist die Parkverwaltung an den Landesbetrieb Hessenforst angekoppelt. Hessenforst hat den Nationalpark lange Zeit zu verhindern versucht und schließlich eine Leitungsperson nach eigenem Interesse durchgesetzt. Der Park benötigt aber eine fachlich kompetetente Leitung sowie Experten für Wald- und Wildtierökologie, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Außerdem sollten die Angebote von Hotels und Gaststätten in der ganzen Region Hessen mit den touristischen Aktivitäten des Nationalparks verknüpft werden. Ökologische Landwirtschaft und Waldnutzung in der Region müssen gefördert und eine Buslinie durch die Kellerwald-Region eingerichtet werden. Rund 40.000 Hektar des Gebiets sind seit 2001 als weniger streng geschützter Naturpark ausgewiesen.

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