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Es brennt auf dem Rhein!

Was macht ein Baumstumpf aus dem Amazonas-Regenwald auf dem Rhein? Er brennt! Mit diesem Mahnmal gegen die Bedrohung der letzten Urwälder protestieren 50 Greenpeace-Aktivisten seit dem frühen Mittwochmorgen in Bonn.

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Der fünf Meter hohe Baumstumpf ist auf einer Schwimmplattform befestigt. Begleitet wurde er von sieben Schlauchbooten. Auf Transparenten war auf sechs Sprachen Urwaldschutz ist Klimaschutz zu lesen.

Der Baumstumpf gehört zur Sorte Angelim Vermelho. Sein Holz wurde für rund 23 Tausend Euro auf dem europäischen Markt verkauft. Der Stumpf wurde zurückgelassen. Angelim Vermelho-Bäume können bis zu 50 Meter hoch werden. Stamm und Krone bieten zahlreichen Tieren und Pflanzen Lebensraum.

Der brennende Baum trieb auch am ehemaligen Bundestag vorbei. Dort eröffnet Angela Merkel später am Tag das Ministertreffen der zurzeit in Bonn stattfindenden UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt (CBD).

Das Schicksal der Urwälder wird hier in Bonn entschieden, erklärt Martin Kaiser, Urwaldexperte von Greenpeace. Urwaldschutz ist eine der effizientesten Methoden, um den Klimawandel zu bremsen. Angela Merkel muss die festgefahrenen Verhandlungen in Bonn jetzt mit einer Finanzierungsinitiative für den Urwaldschutz in Schwung bringen. Andere Industrieländer müssen sich anschließen.

Weltweit wird alle zwei Sekunden Urwald von der Fläche eines Fußballfeldes zerstört. Das ist eine Katastrophe für das Klima. Denn durch die Urwaldrodung enstehen rund 20 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. Und auch die Pflanzen, Tiere und Menschen im Urwald sind betroffen. Ihnen wird der Lebensraum entzogen. Viele Tier- und Pflanzenarten sterben aus.

Auf der CBD verhandeln über 5000 Delegierte aus 191 Ländern unter anderem über den Schutz der Urwälder. Dabei geht es um die Einrichtung von Schutzgebieten, Kriterien für den sogenannten Bio-Sprit und Maßnahmen gegen illegalen Holzeinschlag.

Problematisch sind die Verhandlungen vor allem, da die meist armen Urwaldländer hohe finanzielle Einkünfte aus der Zerstörung der Wälder ziehen. Auf dieses Geschäft wollen sie nur verzichten, wenn die Industrieländer zu Ausgleichszahlungen bereit sind. Die Industrieländer sollten diese Verantwortung übernehmen. Schließlich konsumieren vor allem reiche Länder die urwald-zerstörerischen Produkte wie Tropenholz und Agrotreibstoffe.

30 Milliarden Euro müssten die Industrieländer nach Expertenmeinungen jährlich zur Verfügung stellen. Mit diesem Geld könnte die Entwaldung gestoppt und ein weltweites Netz von Schutzgebieten eingerichtet werden. Als Gastgeberin der CBD sollte Angela Merkel mit guten Beispiel voran gehen.

Allein durch den Abbau von klimaschädlichen Subventionen beispielsweise beim Flug- und Autoverkehr könnte die Kanzlerin zwei Milliarden Euro pro Jahr ohne Belastung des Haushaltes für den Biodiversitätsschutz bereit stellen, sagt Kaiser.

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