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Waldschutz mit Beluga II

Ab heute klärt Greenpeace mit einer Flusstour über alte Buchenwälder in Deutschland auf. Mit dem Aktionsschiff Beluga II geht es über Rhein, Main und Donau von Wiesbaden nach Regensburg, um bis zum 8. September auf den Schutz der alten Wälder in Bayern und Hessen aufmerksam zu machen. Wer die Beluga II unterwegs besuchen möchte, ist herzlich willkommen.

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Außer Wiesbaden und Regensburg bereist die Beluga II fünf weitere Städte:  Frankfurt, Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt und Erlangen/Forchheim. Hier präsentiert die Greenpeace-Crew das 34 Meter lange Aktionsschiff, sowie eine informative Ausstellung über den Zustand deutscher Buchenwälder. „Die alten Buchenwälder sind so selten wie der Amazonas. Nur noch zwei bis drei Prozent unserer Wälder sind alte, über 140-jährige Buchenwälder“, so Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace.

Besucher können die Forderung nach ihrem Schutz auch direkt unterstützen und Pate für einen alten und damit besonders wertvollen Baum werden. Die bisher 10 000 Schützlinge können auf einer Karte wiedergefunden und selbstverständlich auch im Wald besucht werden.

Alte Wälder schützen bevor es zu spät ist

Die verbliebenen alten Buchenwälder zu erhalten ist eine wichtige Aufgabe. Denn sie leisten nicht nur einen großen Beitrag zur Erholung vieler Menschen, sondern vor allem auch zum Arten- und Klimaschutz. Verschiedene dort beheimatete Pflanzen und Tiere wie Wildkatze oder Luchs sind vom Aussterben bedroht. Doch mit dem andauernden Holzeinschlag gehen sie gemeinsam mit den Wäldern und ihrer Klimaschutzfunktion verloren.

Besonders Gebiete wie der Solling in Niedersachsen oder der Spessart und Steigerwald in Bayern müssen geschützt werden. „Hessen und Bayern müssen dringend große Buchenwaldgebiete unter Schutz stellen. Die heute 140 Jahre alten Buchen sind der Urwald von morgen in Deutschland“, sagt Oliver Salge.

Bis 2020 sollen zehn Prozent der öffentlichen Wälder Deutschlands unter Schutz stehen, beschloss die Bundesregierung 2007. Mit ihrer Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt unterstützt sie die  Konvention zur Erhaltung der Biodiversität der Vereinten Nationen. Doch während andere Bundesländer wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Ziele umsetzen, lehnen Bayern und Hessen die Nationale Strategie ab.

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