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600 Greenpeace-Aktivisten formen Menschenbanner

Mehr Waldschutz in Deutschland!

Ein großer Baum mit einem dicken Stamm und einer grünen Krone ist aus der Luft zu sehen. Mitten im Grün: ein rotes Herz. Mit diesem aus der Luft erkennbaren Menschenbanner protestierten rund 600 Greenpeace-Aktivisten aus ganz Deutschland am 13. Mai für mehr Waldschutz in Deutschland.

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Auf einer Wiese nahe dem brandenburgischen Buchenwaldgebiet Grumsin, einem UNESCO-Weltnaturerbe, haben sich die grün (für das Blattwerk) und braun (für den Stamm) gekleideten Aktivisten getroffen. Gemeinsam formten sie einen Baum, der die gesamte Waldfläche Deutschlands symbolisiert.

Das rote Herz in der Mitte der Baumkrone steht für zehn Prozent der öffentlichen Waldfläche, die laut Bundesregierung bis zum Jahr 2020 geschützt werden sollen. Nach aktuellen Berechnungen von Greenpeace sind fast alle Bundesländer von diesem Ziel noch weit entfernt. Darum fordert Gesche Jürgens, Waldexpertin von Greenpeace: "Die einzelnen Länder müssen als größte öffentliche Waldbesitzer jetzt handeln, um den internationalen Verpflichtungen zum Klima- und Artenschutz nachzukommen."

Bayern und Hessen lehnen mehr Waldschutz ab

Die neuen Bundesländer liegen beim Waldschutz vorn. Aus den Berechnungen von Greenpeace geht aber hervor, dass einzig Mecklenburg-Vorpommern bereits über fünf Prozent seiner Wälder geschützt hat. Die anderen Bundesländer liegen deutlich dahinter. Die Schlusslichter Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben bereits angekündigt, zukünftig mehr Waldflächen zu schützen. Bayern und Hessen dagegen lehnen mehr Waldschutz ab.

Die Berechnungen von Greenpeace berücksichtigen insbesondere Nationalpark-Naturzonen, Naturwaldreservate und andere Schutzgebiete in öffentlicher Hand und Privatbesitz. Grundlage dafür sind öffentlich zugängliche Informationen, wie sie zum Beispiel das Bundesamt für Naturschutz zur Verfügung stellt. Eine Übersicht, wie viel Wald in einem Bundesland unter Schutz steht, gibt es bisher nicht. Derzeit läuft im Auftrag der Bundesregierung ein Forschungsvorhaben, das diese Daten zusammenträgt und auswertet. Die Ergebnisse werden im Jahr 2013 erwartet.

Deutschland hinkt beim Waldschutz hinterher

Deutschland liegt im Hauptverbreitungsgebiet der Rotbuche und trägt damit eine besondere Verantwortung für den Schutz dieses besonderen Ökosystems. "Von Brasilien und Indonesien wird erwartet, dass sie ihre tropischen Regenwälder bewahren. Aber ein wohlhabendes Land wie Deutschland hinkt beim Waldschutz hinterher, sagt Jürgens. "Mit dem Schutz von zehn Prozent der öffentlichen Wälder wäre ein wichtiger Schritt für den Klima- und Artenschutz getan, und immer noch kann auf 90 Prozent der Waldfläche Holz genutzt werden."

Die Hälfte der deutschen Wälder ist in Privatbesitz. Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung sieht vor, dass insgesamt fünf Prozent der deutschen Waldfläche bis zum Jahr 2020 geschützt werden, in den öffentlichen Wäldern zehn Prozent.

Publikationen

Rotbuchenwälder im Verbund schützen

Schutz der Buchenwälder: Greenpeace und andere Umwelt- und Naturschutzverbände fordern mindestens zehn Prozent der Waldfläche Deutschlands dauerhaft aus der Nutzung zu nehmen.

Weiterführende Publikationen zum Thema

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Greenpeace ist vor dem hessischen Landtag zur Novellierung des hessischen Landeswaldgesetzes gehört worden. Greenpeace kritisiert, dass die Landesregierung in Hessen ihrer besonderen Verantwortung für Umwelt und Erholung im Staatswald nicht gerecht wird.

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