Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wer anderen eine Grube gräbt...

Wie der Plot eines drittklassigen Kriminalstreifens mutet an, was allem Anschein nach der Ölgigant Exxon in den USA ausgeheckt hat. Eine Gruppe namens Public Interest Watch (PIW) hat dem amerikanischen Finanzamt Hinweise zugespielt, nach denen sich Greenpeace der Geldwäsche und anderer Verbrechen schuldig gemacht hätte. Delikater Hintergrund: PIW wurde weitgehend von Exxon Mobil finanziert.

  • /

PIW hat sich die Überwachung so genannter Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) auf die Fahnen geschrieben. Im Jahre 2003 stammten die von PIW empfangenen Spendengelder nahezu vollständig von Exxon. In seiner Steuererklärung desselben Jahres führte PIW Greenpeace als einzige NGO an, die zu jener Zeit überwacht würde. PIW beschuldigte Greenpeace, 24 Millionen Dollar an Spendengeldern veruntreut zu haben.

Die Ergebnisse dürften allerdings nicht nach dem Geschmack Exxons ausgefallen sein: Im September letzten Jahres begann die Finanzbehörde, Greenpeace USA zu überwachen - und konnte PIWs Anschuldigungen nicht bestätigen. Diesen März erhielt die Organisation ein Schreiben, demzufolge sie weiterhin zur Befreiung von Einkommenssteuerzahlungen berechtigt sei.

Nach Einschätzung von Greenpeace ist Exxon der weltweit größte Klimakiller. Der Konzern geriet daher in der Vergangenheit des öfteren in das Visier von Greenpeace-Aktivisten. Exxon behauptet standhaft, dass das Verbrennen fossiler Brennstoffe nicht ausschlaggebender Grund für die Klimaerwärmung sei.

(Autor: Benjamin Borgerding)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Märchen vom Klimafortschritt

Greenpeace-Analyse: VW, Daimler und BMW rechnen sich ihren Beitrag zum Klimaschutz schön. Durchschnittlicher CO2-Ausstoß der Hersteller in 14 Jahren überwiegend auf dem Papier gesunken.

Mehr zum Thema

Bekommt es auf die (Liefer-)Kette!

Der Entwurf zum Lieferkettengesetz bleibt weit hinter den Forderungen von Greenpeace und anderen Organisationen der Zivilgesellschaft zurück.

Schön gerechnet

Deutsche Autokonzerne halten CO2-Grenzwerte nur auf dem Papier ein. Wie stark sie dabei Schlupflöcher und Rechentricks ausnutzen, zeigt eine Greenpeace-Analyse.

Protest für Grüne Geldpolitik

Eine Studie zur Europäischen Zentralbank zeigt, wie deren Regelwerk für Kreditsicherheiten Klimasünder bevorzugt. Greenpeace-Aktivist:innen protestieren am Frankfurter Hauptsitz.