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Vor Libanon liegt nach Bombardierungen ein riesiger Ölteppich

Umweltkatastrophe durch Krieg

Zu der ohnehin schon angespannten Lage im Libanon durch den Krieg zwischen Hisbollah und Israel kommt noch eine Umweltkatastrophe. Bereits am 13. und 15. Juli bombardierte das israelische Militär das Elektrizitätswerk von Jiyeh, südlich von Beirut und traf fünf der sechs Öltanks. Bislang sind zwischen 10.000 und 30.000 Tonnen Öl ausgelaufen. Es ist die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des Libanon und eine mit der das Land nach eigenen Angaben schon in Friedenszeiten nicht umgehen könnte.

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Die Ausrüstung im Land sei nur für kleinere Ölunfälle von bis zu 50 Tonnen geeignet, sagte der Umweltminister Yacoub al Sarraf der Nachrichtenagentur Reuters. Die Kosten für die Säuberungsarbeiten des jetzigen Ölteppichs schätzte er auf 40 bis 50 Millionen Dollar. Libanon hat in Kuweit um Unterstützung gebeten und diese auch gewährt bekommen. Allerdings blockiert Israel sowohl die See- als auch die Flughäfen, so dass das dringend benötigte Material bis zum Ende der Kampfhandlungen nicht ins Land kommen kann.

Ein Großteil des Öls ist ins Meer gelaufen und treibt die Küste des Levante-Staats entlang. Zu dem Dieselöl aus den Tanks des Elektrizitätswerks kommen noch kleinere Mengen Schiffsdiesel von einem israelischen Kriegsschiff und einem ägyptischen Handelsschiff, die bei Kämpfen zwischen der israelischen Marine und der Hisbollah beschädigt wurden.

Nach unbestätigten Angaben hat sich der Ölteppich bereits auf rund 60 Prozent der Küste ausgedehnt und ist schon bis Syrien vorgedrungen. Die Küste ist ein wichtiges Aufzuchtgebiet für Fische und Meeresschildkröten, darunter die bedrohten Suppenschildkröten. Für die Schildkröten ist im Juli die Zeit zum Schlüpfen. Wenn das Öl ihren Weg ins Wasser blockiert, werden sie nach Meinung lokaler Umweltschützer nicht überleben.

Wenn weiter keine Maßnahmen eingeleitet werden können, um die Verschmutzung einzudämmen, wird davon ausgegangen, dass das Öl in Kürze auch die Küsten der Türkei, Zyperns und Griechenlands erreicht.

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