Greenpeace-Gruppen erinnern an Atombombenabwürfe auf Nagasaki und Hiroshima

Nie wieder

Vor 76 Jahren zerstörten Atombomben Hiroshima und Nagasaki. Mit einer Simulation zeigen Greenpeace-Gruppen, was solche Bomben in deutschen Städten anrichten würden.  

  • /

In Büche in der Eifel in Rheinland Pfalz liegen über 20 amerikanische Atomwaffen bereit. Jede mit einer unvorstellbaren Zerstörungskraft. Alle kennen die Bilder von den Atomangriffen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Der erste am 06.08.1945, der zweite genau heute vor 76 Jahren. Grausame Explosionen, die unermessliches Leid über die Anwohner brachte und 80.000 Menschen tötete. Mit Folgen, die bis heute deutlich erkennbar sind. Daran erinnern Freitag und heute Greenpeace-Ehrenamtliche in rund 20 Städten.

Keine Bedrohung der Vergangenheit

Doch das heutige Ziel ist nicht nur das Erinnern, sondern auch das Warnen. Denn auch über Deutschland schwebt immerzu die Bedrohung eines Atomangriffs. Die 20 US-amerikanischen Atombomben, die für den Kriegsfall im reihnalnd-pfälzischen Büchel gelagert werden, bieten potenziellen Gegnern der USA eine perfekte Zielscheibe. Denn aus militärischer Sicht ist das Ausschalten von gegnerischen Waffenlagern mehr als sinnvoll.

Wie würde heute ein Atombombenabwurf über einer deutschen Stadt aussehen? Welche Ausmaße hätte er? Dieses erschreckende Gedankenspiel zeigen die Ehrenamtlichen heute für ihre jeweilige Stadt anhand von Schablonen, die den Radius der Explosion und Verstrahlung darstellen. Denn heute – 76 Jahre später – sind die Atombomben auf einem ganz neuen Entwicklungsstand. Der Vergleich von der Bombe, die damals über Hiroshima oder Nagasaki abgeworfen wurde, und einer modernen Atombombe ist schockierend: Damals wurden Bomben mit einer Sprengkraft von circa 13 Kilotonnen abgeworfen – heute können es bis zu 170 Kilotonnen sein. Eine Tatsache, die den meisten Menschen nicht klar ist. Wie auch? Es wird ja kaum darüber geredet.

Es geht auch anders

Anfang dieses Jahrs ist einer der wichtigsten internationalen Verträge der letzten Jahrzehnte in Kraft getreten: Der Atomwaffenverbotsvertrag. Dieser untersagt es den unterzeichnenden Ländern, Atomwaffen zu entwickeln, produzieren, lagern, testen, erwerben, transportieren, stationieren, einzusetzen oder mit ihrem Einsatz zu drohen. Das Problem: Deutschland erkennt diesen Vertrag nicht an. Und damit setzt die Politik Deutschland einer großen Bedrohung aus. Greenpeace fordert die Bundesregierung dazu auf, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen und die US-Atombomben abziehen zu lassen. Wir fordern ein Deutschland ohne Atomwaffen. Denn eine Zukunft ohne Atomwaffen ist die einzige moralisch vertretbare Zukunft.

Autorin: Felicia Böhm

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Falsch investiertes Geld

In Kiel soll ein Kriegsschiff exportiert werden, dass in Israel Gasfelder sichern soll. Gegen diesen Klimawahnsinn protestieren deutsche und israelische Greenpeace-Aktive.

Nukleare Abrüstung jetzt!

2021 ist der UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) in Kraft getreten. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, diesen Meilenstein des Völkerrechts zu unterzeichnen. 

...

Deutschland will aufrüsten

Ein neues Atomwaffenträgersystem für Europa – warum Deutschland sich nicht an FCAS beteiligen sollte.