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Tote Wale vor Norderney

Die Bergung zweier Walkadaver vor der ostfriesischen Insel Norderney wird am Dienstagmorgen bei Hochwasser fortgesetzt. Die Bergungsmannschaft musste am Montagabend ihre Arbeit einstellen, nachdem das Seil gerissen war, mit dem der zweite Wal von einer Sandbank gezogen werden sollte. Der andere, rund 15 Meter lange Tierkörper befindet sich bereits im Hafen von Norderney und wird untersucht. Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace, ist vor Ort, um mehr über den Tod der beiden Wale herauszufinden.

Bei dem Wal im Hafenbecken handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Pottwal, sagte Menn. Allerding kann ich Kopf und Fluke zurzeit nicht erkennen, sie sind unter Wasser. Beide Wale sind bereits länger tot. Die Todesursache ist noch unklar. Immer wieder stranden Wale in der deutschen Bucht. Dazu Menn: In den stark verschmutzten Meeren, in der industrialisierten Nordsee mit über 400 Öl- und Gasplattformen und über hunderttausend Schiffsbewegungen pro Jahr wird es immer schwieriger für die Wale zu überleben.

Fahrgäste einer Norderney-Fähre hatten die Walkadaver am Sonntag entdeckt. Sie lagen zunächst auf einer Sandbank, wurden aber von der Flut aufgeschwemmt und trieben in Richtung des Fahrwassers. Die Behörden wollen die riesigen Tierkörper zerlegen und in einer Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgen lassen. Zuvor wird Greenpeace Gewebeproben entnehmen, um sie im Labor untersuchen zu lassen. (mir)

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