Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Sonartests im Pazifik weiter erlaubt

Die US-Regierung darf ein neues Unterwasser-Sonarsystem im Pazifik testen. Ein Bundesgericht in San Francisco zeigte sich mit eingeschränkten Versuchen einverstanden, nachdem die Navy nationale Sicherheitsbelange vorgelegt hatte. Fünf Umweltorganisationen hatten gegen die Tests in einem über 36 Millionen Quadrat-Kilometer großen Gebiet geklagt. Die Schallwellen töten und verletzen ihrer Meinung nach Wale, Delfine, Robben und andere Meeressäuger.

Am vergangenen Freitag einigte sich die Navy mit den Umweltgruppen, die Testdauer auf sieben Monate zu begrenzen. Das Testareal im Nordwesten des Pazifik umfaßt nur noch 2,6 Millionen Quadrat-Kilometer. Ein Sprecher der Umweltgruppen rechtfertigte den Kompromiss mit der Begründung, dass in diesem Gebiet kaum Wale vorkommen. Zudem sei es kein typischer Futter- oder Brutplatz und liege auf keiner der Wanderstrecken. Die Tierschützer erwarten die Sonartests Anfang Juni.

Ob die Versuche mit Schallwellen gegen us-amerikanische Umweltschutzgesetze verstoßen, werden die Richter voraussichtlich im nächsten Juli entscheiden. Im Oktober hatte das Gericht der US-Regierung die Tests bereits im Golf von Kalifornien untersagt. Nach U-Boot-Abwehr-Mänovern waren dort vermehrt Wale gestrandet. In den Tierkadavern wurden Gehirnblutungen und Gehörschäden festgestellt. Wissenschaftler sehen dies als Beweis für die hochsensiblen Gehöre der Tiere. (abu)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

Mehr zum Thema

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Erweiterung des Schlacht-Felds

Japans Wal-Schlachten, vorgeblich zu wissenschaftlichen Zwecken, geht weiter. Nun erhöht das Land die Fangquote für Minke- und Seiwale sogar – und ignoriert offizielle Beschlüsse.