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Mehr Südliche Glattwale

Touristen an der südafrikanischen Küste bekommen Jahr für Jahr mehr Südliche Glattwale zu Gesicht. Die auch Südkaper genannten Wale ziehen mitsamt Kälbern nah am Ufer entlang, vollführen Drehungen im Wasser und blasen Luft aus ihrem Atemloch. Wissenschaftler schätzen ihre Zahl mittlerweile auf 9.000 bis 10.000 Tiere. Das freut vor allem die Walfreunde, galten Südkaper durch unkontrolliertes Jagen einst als sehr bedroht. Seit 1935 stehen die Wale unter Schutz. Ihr Bestand wurde damals auf wenige hundert Exemplare geschätzt.

Anders sieht es mit ihren Verwandten im Norden aus: Die Internationale Walfangkommission (IWC) veröffentlicht zwar keine Schätzung zu Nördlichen Glattwalen, Forscher gehen aber davon aus, dass zwischen Karibik und dem kanadischen Neufundland nur noch 300 Tiere leben. Damit gehören Nordkaper zu den am meisten vom Aussterben bedrohten Walarten.

Die friedlichen Meeresriesen waren für die Walfänger ein sehr einfaches Ziel: Die Tiere schwammen langsam, und wenn sie von Harpunen getroffen waren, trieben sie an der Oberfläche. Außerdem lieferten sie eine gute Ausbeute an Öl und Barten. Heute ist zwar die Jagd auf Glattwale verboten, doch verenden sehr viele nach Schiffskollisionen. Das könnte erklären, weswegen sich der Bestand an Nordkaper noch lange nicht erholt hat: Auf der Nordhalbkugel sind die Schiffsrouten stärker befahren als im Süden. (mod)

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