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Lofoten: Arktisches Paradies in Gefahr

Am Donnerstagnachmittag ist das Greenpeace-Schiff Esperanza im Hafen von Solvaer auf den Lofoten angekommen. Damit ist die nächste Runde der Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Meere eingeläutet. Die Crew der Esperanza wird sich drei Wochen im Gebiet der Lofoten aufhalten, um dort für die Einrichtung von Schutzgebieten zu werben.

Die arktischen Gewässer um die Lofoten direkt vor der Nordwestküste Norwegens gehören zu den artenreichsten und unberührtesten der Erde. Millionen von Seevögeln nisten und brüten hier. Unzählige Fischarten bevölkern das Meer, Kaltwasser-Korallenriffe bieten eine einzigartige Unterwasserwelt. Bei den Lofoten überwintern neben riesigen Heringsschwärmen auch Orcas, die so genannten Killerwale.

Die Strömungen, das natürliche System der Fjorde und die Beschaffenheit des Meeresbodens sorgen für besonders reiches Planktonwachstum - Hauptnahrungsquelle für Kabeljau und Schellfisch. Die Kabeljaubestände dieses arktischen Gebietes sind die letzten großen und gesunden weltweit.

Doch das Naturparadies ist bedroht. Wo der Kabeljau seit 1000 Jahren nachhaltig und schonend befischt wurde, gewinnt mehr und mehr die industrielle Fischerei mit ihren zerstörerischen Methoden an Boden. Um diese Entwicklung aufzuhalten, macht Greenpeace derzeit Lobbyarbeit vor Ort. Im Gespräch mit Fischern und lokalen Behörden will die Crew der "Esperanza" sich für die Einrichtung von Schutzgebieten einsetzen.

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