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Greenpeace-Aktivisten inszenieren Ölunfall bei Global Energy Konferenz

Protest gegen Gazprom in Genf

Vom 3. bis zum 5. Dezember findet in Genf die Global Energy-Konferenz statt. Als Sponsor tritt unter anderem Gazprom auf, eines der weltgrößten Energieunternehmen. Gazprom will noch in diesem Monat mit der Plattform Prirazlomnaya als erster Konzern weltweit mit der Ölförderung in der russischen Arktis beginnen. Greenpeace-Aktivisten protestierten gestern gegen dieses riskante Vorhaben vor dem Kongressgebäude in Genf.

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Ein großes Banner mit der Aufschrift "Arctic SpOIL – brought to you by Gazprom" (etwa: "Arktis-Verderben – gesponsort von Gazprom") machte auf die möglichen katastrophalen Folgen eines Ölunfalls in der Arktis aufmerksam. Die Umweltschützer inszenierten in ölverschmierten Eisbärkostümen einen dramatischen Ölunfall mit zwei Tonnen Eis, Melasse und Ölfässern mit der Aufschrift "Gazprom".

Profit durch KlimawandelÖlbohrungen in der Arktis werden möglich, da der Klimawandel das ehemals "ewige Eis" in der Arktis schmelzen lässt. Gazprom selbst trägt zur globalen Erwärmung bei. Die Ölplattform Prirazlomnaya ist völlig veraltet und ein umfassender Notfallplan liegt nicht vor. Die Verschmutzung und Zerstörung des fragilen Ökosystems durch einen Ölunfall sind angesichts dieser Risiken vorprogrammiert."Gazproms bisherige Bemühungen um Ölbohrungen in der Arktis sind gekennzeichnet von Verzögerungen, hohen Sicherheitsrisiken und mangelhaften Notfall-Einsatzplänen", sagt Asti Roesle, Arktis Campaignerin von Greenpeace Schweiz.

Erschreckende Umweltbilanz

Während der Konzern eine erschreckende Umweltbilanz in Russland hat, versucht er jetzt überall in Westeuropa, Marktanteile zu gewinnen. "Gazprom braucht das Kapital und das Know-How großer internationaler Öl- und Gasgesellschaften. Doch Gazproms riskantes Geschäftsmodell setzt internationale Ölgesellschaften und ihre Aktionäre – darunter auch die Mitglieder von Pensionskassen – enormen Risiken aus", sagt Asti Roesle weiter.

Schon 2011 sank die Gazprom-Bohrplattform Kolskaya beim Abschleppen durch das Ochotskische Meer. 53 Mannschaftsmitglieder kostete dieser Unfall das Leben. "Wenn Gazprom in der Arktis nach Öl bohrt, wird es früher oder später zu einem Unfall kommen. Doch der Konzern ist außerstande, eine Ölpest in dieser eiskalten Region einzudämmen. Gazprom sollte das Vorhaben aufgeben, bevor es zu spät ist", warnt Roesle.

Arctic 30 weiterhin angeklagt

Alarmiert von den Bohrabsichten Gazproms und dem Mangel an Sicherheitsvorkehrungen protestierten Greenpeace-Aktivisten erstmals 2012 und dann erneut am 18. September 2013 bei der Prirazlomnaya-Plattform. Bei diesem zweiten Protest wurden das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise beschlagnahmt und die ganze Besatzung festgenommen, inhaftiert und wegen Piraterie und "Rowdytums" angeklagt. Die sogenannten Arctic 30 sind momentan auf Kaution frei – Russland dürfen sie aber nicht verlassen. Noch immer sind sie wegen Rowdytums angeklagt und es drohen ihnen Haftstrafen von bis zu sieben Jahren.

Forderungen an Global Energy Konferenz

Greenpeace fordert Gazprom und Gazprom-Partnergesellschaften wie Shell, Investoren und Aktionäre auf, das hochriskante Bohren nach arktischem Offshore-Öl aufzugeben.

Die Teilnehmer der Global Energy Konferenz 2013 müssen dringend nach Wegen suchen, Kohle, Öl und Gas durch erneuerbare Energien zu ersetzen, um katastrophale und weltweite Folgen durch Klimawandel und Verschmutzung zu verhindern.

Zum Weiterlesen:

Protest vor Gazprom-Zentrale

Chronologie Arctic 30

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