Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Jahrestag Prestige - jetzt alles sicher?

Dieser Tage jährt sich der Untergang des Öltankers Prestige im November 2002. Doch trotz der bitteren Erfahrung fahren noch immer uralte Tanker mit nur einer Schiffshülle vor der deutschen Küste und legen in deutschen Häfen an. Allein in den vergangenen Wochen entdeckte Greenpeace drei Einhüllentanker in deutschen Häfen und Gewässern: Am 29. Oktober die 26 Jahre alte Sea Splendor, am 3. und 13. Oktober die 22 Jahre alte Matco Clyde und am 1. November die 25 Jahre alte Scarlet Trader.

Tanker mit nur einer Schiffshülle, die älter als 20 Jahre sind, gehören auf den Schrottplatz und nicht auf die Weltmeere, warnt Christian Bussau, Schifffahrtsexperte von Greenpeace. Die IMO (Internationale Schifffahrtsorganisation) sei in der Pflicht, die 3400 Schrott-Tanker, die noch immer fahren, aus dem Verkehr zu ziehen. Das würde das Risiko einer weiteren 'Prestige'-Katastrophe verringern.

Die damals 26 Jahre alte Prestige war am 13. November 2002 vor der spanischen Küste leckgeschlagen und am 19. November gesunken. Zuvor war der Tanker an der deutschen und an der dänischen Küste vorbei- und durch die gefährliche Kadetrinne hindurchgefahren.

Am 4. Juni 2003 beschloss das EU-Parlament, dass Einhüllentanker keine europäischen Häfen mehr anlaufen dürfen, wenn sie mit Schweröl beladen sind. Ab 2010 gilt das Verbot für alle Einhüllentanker, unabhängig von der Art des transportierten Öls. Diese Regelung ist seit dem 21. Oktober 2003 in Kraft.

Doch der EU-Beschluss reiche nicht aus, erklärt Bussau und fragt: Was ist mit den Tankern, die von den russischen Häfen kommen? Die EU muss sicherstellen, dass Einhüllentanker auch weltweit so schnell wie möglich verboten werden. Außerdem müsse es endlich eine Lotsenpflicht für die Kadetrinne geben. (mod)

Mehr über die Überwachung der Kadetrinne durch Greenpeace lesen Sie hier.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Antarktis: Schutz fürs südliche Polarmeer

Gesunde Meere sind überlebenswichtig: Sie schenken uns Sauerstoff und binden klimaschädliches CO2. Das macht sie zu unseren besten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel.

Mehr zum Thema

„Ein gewaltiges Unterfangen“

Vor 22 Jahren besetzten Greenpeace-Aktivisten die Ölplattform Brent Spar – Christian Bussau war dabei. Im Interview schildert er die Aktion – und die aktuelle Situation vor Ort.

Doppelt hält besser

Erfolg fürs Wattenmeer! Auch ein von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck in Auftrag gegebenes Gutachten besagt: Ölbohrungen im Wattenmeer sind nicht rechtens.

Ein klarer Fall

Der schleswig-holsteinische Umweltminister kann Ölbohrungen im Wattenmeer umgehend untersagen. Das Recht ist auf seiner Seite, so ein Gutachten im Auftrag von Greenpeace.