Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Gesunde Meere für 16 Milliarden Dollar

Ein Team von britischen Wissenschaftlern hat die Kosten für die Gründung eines globalen Netzes von Meeresschutzgebieten errechnet. Die Parks sollen das durch Überfischung bedrohte Ökosystem der Meere schützen. Das Team der Forscher von den Universitäten Cambridge, Cranfield, Wales und York, erfasste auch die laufenden Kosten für 83 bereits geschütze Meeresgebiete weltweit.

Ein Netz von Schutzgebieten, das 30 Prozent der Meere abdeckt, würde zwischen 12 und 14 Milliarden US-Dollar kosten; eine 20-prozentige Abdeckung zwischen 9,5 und 10,4 Milliarden US-Dollar. Den Forschern zufolge würden neben den Kosten bei einem globalen Netz hochgerechnet auch eine Million Arbeitsplätze geschaffen. Details der Studie sind in Proceedings of the National Academy of Siences veröffentlicht.

Die Überfischung, mit der der Mensch massiv in das Ökosystem der Meere eingreift, wird durch hohe Subventionen gefördert. Die jährliche Fischfangmenge weltweit wird auf einen Wert von 70 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dafür werden rund 15 Milliarden US-Dollar Subventionen ausgegeben - von der EU alleine 1,4 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Gelder werden heute für Schiffneubauten, Modernisierungen und den Export von Überkapazitäten ausgegeben.

Das Geld sollte stattdessen für die Etablierung von Meeresschutzgebieten oder für soziale und umweltschondende Maßnahmen eingesetzt werden, sagt Andrea Cederquist, Meeresexpertin bei Greenpeace. Eine ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Nutzung mit einem Netz von Meeresschutzgebieten ist unerlässlich, um die Einzigartigkeit und Artenvielfalt der Meere zu bewahren und bereits zerstörte Systeme zu regenerieren.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Von Pol zu Pol

Das Greenpeace-Schiff Esperanza bricht auf, um bedrohte Meeresregionen zu erkunden. Am Ende der einjährigen Expedition soll ein globaler Vertrag zum Schutz der Ozeane stehen.

Die Rechnung geht auf

Ein Drittel der Meere soll bis 2030 unter Schutz stehen. Nur welches? Greenpeace hat mit Wissenschaftlern errechnet, wo Schutzgebiete die größtmögliche Wirkung entfalten.

Wer suchet, der findet

Greenpeace ist in der Nordsee auf der Suche nach den verlorenen Containern der MSC Zoe. Die Haupterkenntnis: Wind und Strömung machen die Bergung noch schwieriger als gedacht.