Kinderarbeit in der Fischerei

Anfang Juni veröffentlichte die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision eine neue Studie, die Zwangs- und Sklavenarbeit in der Fischereiwirtschaft in der asiatischen Mekong-Region aufdeckt.
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Mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche, sowie junge Erwachsene arbeiteten oft unter menschenunwürdigen Bedingungen in Thailand, Burma, Vietnam, Kambodscha, Laos und der chinesischen Yunnan-Provinz in dieser Branche. Die Studie dokumentiert Entführungen der Kinder und Zwangsarbeit. Die betroffenen Kinder werden in allen Bereichen eingesetzt, beim Fang auf hoher See, beim Reinigen von Fischen und Krabben, bei der Reparatur von Netzen und beim Verkauf und Transport der Ware.

Viele der Länder im asiatischen Raum haben Konventionen gegen Kinderarbeit unterzeichnet, aber Aufsichtsbehörden sind selten und wenn vorhanden schlecht ausgestattet und personell unterbesetzt. Langfristig helfen gegen Kinderarbeit nur Armutsbekämpfung, bessere Gesetze und deren tatsächliche Umsetzung vor Ort. Aber auch der deutsche Lebensmitteleinzelhandel kann etwas gegen Kinderhandel und -ausbeutung tun.

Sozialstandards gehören zu einer nachhaltigen und transparenten Einkaufspolitik für Fisch und andere Meeresfrüchte. Und auch dabei liegt es in der Verantwortung des Unternehmens sicherzustellen, dass die gesetzten Anforderungen von den Lieferanten eingehalten werden. Es darf sich nicht hinter der sogenannten Stufenverantwortungverstecken.

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