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Aquakulturen am Beispiel Lachsfarmen

Chile

Der Humboldt-Strom macht die Küste Chiles zu einem der fischreichsten Gebiete der Welt. Dennoch zeigen sich auch hier die Symptome jahrelanger Überfischung: die Bestände schwinden. Die Fischindustrie steckt ihre ganze Hoffnung in Aquakulturen, der kontrollierten Aufzucht von Speisefischen.

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Seine zahlreichen Seen und Buchten, zum Meer hin mit Netzen abgesperrt, bieten sich als schwimmende Zuchtkäfige geradezu an. Inzwischen hat Chile Norwegen als weltgrößten Exporteur von Zuchtlachs abgelöst. In diesem, aber nur in diesem Fall, dienen Argumente wie die Überfischung der Ozeane durch industriellen Fischfang als Rechtfertigung.

Aquakulturen ziehen jedoch verheerende ökologische Folgen nach sich und tragen zur weiteren Überfischung der Meere bei. Denn in Aquakulturen werden für ein Kilo Zuchtlachs beispielsweise bis zu fünf Kilo Industriefisch wie Sandaal, Hering oder Anchovi verfüttert. Zudem wird der Pazifische Ozean und seine Buchten mit Antibiotika, Hormonen, Fäkalien und Futterresten stark verschmutzt.

Viele gezüchtete Tiere entkommen ins offene Meer und verdrängen dort die einheimischen Wildbestände. Mensch und Natur verlieren so ihre Lebensgrundlage. Verkauft wird der Zuchtlachs schließlich vor allem in den USA und Europa, wo meist auch die Besitzer der Farmen zu finden sind. Greenpeace wird mit der Esperanza auf die Missstände aufmerksam machen, den Menschen vor Ort eine internationale Stimme geben und die Verursacher identifizieren.

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