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Handelskonzern ignoriert Kundenwünsche

Deutschlands größter Handelskonzern schert sich wenig um die Wünsche seiner Kunden. Die Metro-Group mit Sitz in Düsseldorf weigert sich seit Monaten, eine Garantie dafür abzugeben, dass die für seine Supermärkte produzierten Lebensmittel keine Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten. Grund genug für 20 Greenpeace-Aktivisten der hochtrabend Future Store genannten Filiale in Rheinberg, Nordrhein-Westfalen, einen Besuch abzustatten.

Der angeblich so zukunfträchtige Laden ist Teil der Extra-Supermarktkette, die zum Metro-Konzern gehört. Ihm stiegen einige Aktivisten aufs Dach und verhängten den gläsernen Eingangsbereich mit rabenschwarzen Vorhängen und einem Banner: Augen auf! Extra lässt Sie im Dunkeln. Stoppt Gift und Gentechnik im Essen. Andere mit verbundenen Augen und Einkaufstüten von Extra stellten die Situation der Kunden nach.

Greenpeace hatte bei Recherchen in den vergangenen drei Monaten immer wieder hohe Pestizidkonzentrationen im Obst und Gemüse aus Supermärkten der Metro-Group entdeckt. Dazu zählen: Extra, Kaufhof und Real. Für die Greenpeace-Verbraucherexpertin Corinna Hölzel steht deshalb fest: Bei Extra werden die Kunden für dumm verkauft.

Computerdisplays an jedem Einkaufswagen und Hightech-Info-Terminals sollen dem Kunden angeblich ausführliche Informationen über Inhaltsstoffe von Lebensmitteln bieten, sagt Hölzel. Doch Metro verschweigt, ob in den Produkten Pestizide und Gentechnik enthalten sind. Der Konzern vertauscht hier bewusst Werbung mit tatsächlicher Information.

Dass in dem Future Store nach wie vor elementare Verbraucherbedürfnisse nicht befriedigt werden, macht auch eine Eurobarometer-Studie von 2001 klar, wonach eine Mehrheit der Verbraucher Gentechnik im Essen ablehnen. Die Metro AG, die sich selbst eine ausgeprägte Bereitschaft bescheinigt, sich Kundenwünschen flexibel anzupassen, muss deshalb Gentechnik aus ihrem Sortiment nehmen und sofortige Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher vor Pestiziden einleiten.

Greenpeace setzt sich für eine ökologische und sozial gerechte Lebensmittelproduktion ohne Gentechnik sowie gegen Pestizide in Lebensmitteln ein. Dafür gibt es das Greenpeace-EinkaufsNetz, in dem sich zurzeit rund 30.000 Verbraucher engagieren. Denn die Verbraucher habe die Macht am Markt.

Die Handelsketten haben die Verbraucherinteressen zu akzeptieren. Aber dafür müssen sich auch die Konsumenten für bessere Qualität, eine naturnahe Landwirtschaft und gegen Gentechnik einsetzen. Dazu kann es notwendig sein, auf Importeure und Hersteller Druck auszuüben. (mir)

Weitere ausführliche Informationen finden Sie auf unseren EinkaufsNetz-Seiten:

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