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Deutsche Landwirte düngen den Klimawandel

Der Einsatz von Mineraldüngern in der deutschen Landwirtschaft ist drastisch gestiegen. Die Hersteller freuen sich, doch die Folgen für Umwelt und Klima sind so drastisch wie der Zuwachs.

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Deutsche Bauern haben in den vergangenen 12 Monaten 200.000 Tonnen mehr Stickstoffdüngemittel gekauft als im Vorjahreszeitraum - insgesamt 1,8 Millionen Tonnen. Bei den Phosphatdüngern erhöhte sich der Absatz um fast 20 Prozent auf 317.000 Tonnen.

Die Zahlen sind erschreckend. Wir erleben derzeit in Deutschland eine Agrarwende in die völlig falsche Richtung mit immer höherem Pestizid- und Mineraldüngereinsatz. Die Politik schaut dem Treiben auf den Äckern tatenlos zu, warnt Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter von Greenpeace.

Stickstoff- und Phosphatdünger in der Landwirtschaft sind hauptverantwortlich für die Überdüngung von Gewässern. Was Pflanzen auf dem Acker zum Wachsen anregt, nährt zum Beispiel auch die Algen im Meer. Extremer Sauerstoffmangel und die Bildung sogenannter toter Zonen sind die Folge. Trauriges Anschauungsmaterial dafür liefert die Ostsee. Dort ist das Meeresleben durch die Einleitungen aus der Landwirtschaft bereits massiv gefährdet.

Stickstoffdünger gilt zudem als besonders klimaschädlich: Ein Teil des ausgebrachten Düngers wird in Lachgas umgewandelt und wirkt als Treibhausgas. Eine Tonne Lachgas entwickelt die Klimawirkung von 310 Tonnen Kohlendioxid.

Darüber hinaus verursacht Mineralstickstoff schon bei der Herstellung einen hohen Ausstoß an Lachgas. Ebenfalls problematisch: Die Produktion ist extrem energieaufwendig. Insgesamt produziert die deutsche Landwirtschaft jährlich 113 Millionen Tonnen Treibhausgase. Das sind 13 Prozent der Klimagasemissionen in Deutschland.

Damit schädigen die Landwirte das Klima noch mehr als der gesamte private PKW-Verkehr auf deutschen Straßen. Er ist für zwölf Prozent der Emissionen verantwortlich.

Agrarminister Seehofer muss die anstehende EU-Agrarreform endlich als Chance nutzen, damit Steuergelder nicht weiter in die falschen Taschen fließen, fordert Hofstetter. Fördergelder für Landwirte müssen konsequent an Klima- und Artenschutzleistungen gebunden werden. Betrieben, die ihre Felder überdüngen, Grünland umbrechen oder Moorböden trockenlegen, müssen sämtliche Subventionen gestrichen werden.

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