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Kanada: Trennt Öl und Staat

Am gestrigen Dienstag haben sich Greenpeace-Aktivisten vom Calgary Tower abgeseilt und in fast 160 Metern Höhe ein großes Banner aufgespannt: Trennt Öl und Staat. Mit der Aktion am Wahrzeichen der Stadt Calgary wiesen die Aktivisten auf die enge Verflechtung zwischen der kanadischen Regierung und der Erdölindustrie hin.

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Die kanadische Regierung besetzt immer wieder Posten, die eigentlich Unabhängigkeit voraussetzen, mit hochrangigen Angestellten von Ölfirmen. So liegen Nachhaltigkeitgkeitsfragen und solche der staatlichen Regulierung der Ölindustrie immer wieder in den Händen von Mitgliedern der eigentlich zu kontrollierenden Industrie. Fast alle Anträge auf neue Ölgewinnungsprojekte werden bewilligt - selbst solche, die gegen Regierungsrichtlinien verstoßen.

Bereits vor einigen Tagen veröffentlichte Greenpeace Kanada in Zusammenarbeit mit anderen Umweltorganisation zwei Datenbanken, in denen über 6000 Fälle von Umweltverschmutzung durch die Nutzung der kanadischen Ölsande dokumentiert sind. Diese Informationen sind den Behörden seit langem bekannt. Nun sind sie aber zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Die zusammengetragenen Informationen machen deutlich, dass die kanadische Regierung und die Selbstaufsicht der Ölunternehmen sich nur wenig Mühe geben, Umweltschäden zu begrenzen. Die Umweltzerstörung im Gebiet der Ölsande erinnert auf erschreckende Weise an die Katastrophe im Golf von Mexiko, sagt Greenpeace-Kampagnenkoordinatorin Christy Ferguson. Auch dort liefern die multinationalen Unternehmen nur Lippenbekenntnisse und gefährden gleichzeitig Leib und Leben der Bevölkerung durch Sicherheitseinsparungen.

Beim Abbau von Ölsanden entstehen riesige Mengen giftiger Flüssigkeiten. Jeden Tag verursacht der Ölsandabbau 500 Millionen Liter Giftbrühe, die unter anderem Cadmium, Arsen, Quecksilber und krebserregende Kohlenwasserstoffe enthält. Diese Stoffe werden in künstlichen Giftseen gesammelt. In diesen Seen verenden Vögel und andere Tiere und von dort aus verseuchen die Gifte das Grundwasser.

Zudem ist der Ölsandabbau eine der dreckigsten Arten, Öl zu gewinnen. Der Abbau des schwarzen Sandes ist dem Kohletagebau ähnlich und sehr energieintensiv. Pro Barrel gewonnenen Öls werden 62 bis 176 KilogrammCO2 freigesetzt - das sind drei bis fünf Mal so viel schädliche Klimagase wie bei der konventionellen Ölförderung.

Publikationen

Information: Ölsandabbau

Bislang wird Ölsand vor allem in Kanada abgebaut. Doch das ist eine äußerst dreckige und umweltgefährdende Angelegenheit und muss daher dringend gestoppt werden.

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