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Nicht rumfackeln Frau Merkel - handeln!

Was ist eigentlich aus dieser Klimakanzlerin geworden? Hieß die nicht Angela Merkel? Richtig. Doch während die Verhandlungen beim Weltklimagipfel in die heiße Phase gehen, scheint die Bundeskanzlerin vergessen zu haben, dass ein solcher Titel auch Verpflichtungen mit sich bringt. Daran haben Greenpeace-Aktivisten sie heute Morgen erinnert.

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Ein brennendes CO2-Zeichen erhellte das Dunkel vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Welche Botschaft damit überbracht werden sollte, machten die Aktivisten mit einem Banner deutlich. Darauf stand geschrieben Nicht nur Banken, auch das Klima retten, Frau Merkel! Die Aktion steht für einen entschiedenen Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Klimaschutz und in Durban. Jetzt!

Anike Peters, Klimaexpertin von Greenpeace kritisiert das derzeitige Verhalten der Bundeskanzlerin stark: Die einstige Klimakanzlerin jettet derzeit von einem Euro-Rettungs-Termin zum nächsten - ein solches Engagement für das dringend benötigte Weltklimaabkommen sucht man bei ihr vergeblich.

Der Klimawandel bedroht die Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen zukünftiger Generationen. Die volkswirtschaftlichen Kosten in Folge der Erderwärmung werden um ein Vielfaches höher sein als die Kosten, die heute für konsequenten Klimaschutz und ein weltweites verbindliches CO2-Minderungsziel anfielen. Ohne schärfere Klimaziele werden die Kosten des Klimawandels laut Stern-Report (Nicolas Stern, Review on the Economics of Climate Change, 2006) mittelfristig bis zu 20 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes betragen.

Frau Merkel muss ein starkes Signal für die Zukunft des Kyoto-Protokolls setzen. Die Kanzlerin darf Lasten nicht auf die folgenden Generationen schieben und eine ökologische und ökonomische Katastrophe in Kauf nehmen, fordert Peters.

Heiße Phase in Durban: Wo steht Minister Röttgen?

Zwei Tage vor Konferenzende stehen die Klimaschutzverhandlungen in Südafrika auf Messers Schneide. Die USA versuchen, eine verbindliche Entscheidung hinauszuzögern und konzentrieren sich auf die Zeit nach 2020. Die armen Länder lehnen diese Blockadetaktik ab. Sie haben schon heute mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen.

Am Montag ist der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen angereist, um im Auftrag der Kanzlerin die deutschen Interessen zu vertreten. In seiner Rede kündigte Röttgen an, dass Deutschland den UN-Klimafonds mit 40 Millionen Euro ausstatten will.

Röttgen hat mit dieser Rede dem auslaufenden Kyoto-Protokoll neues Leben eingehaucht. Jetzt muss der Minister seinen Worten Taten folgen lassen und bis zur letzten Verhandlungsminute versuchen, die Verbündeten für einen Klimavertrag zu gewinnen - mit oder ohne Blockierern wie den USA, Russland oder Kanada, sagt Peters.

Greenpeace fordert, dass bis zum Jahr 2015 ein neuer Weltklimavertrag ausgehandelt wird. Spätestens 2018 soll dieser in Kraft treten. Bis dahin muss das Kyoto-Protokoll als bislang einziges Weltklimaabkommen rechtlich verbindlich um fünf Jahre verlängert werden. Am gestrigen Mittwoch haben der BUND und Greenpeace gemeinsam in einem offenen Brief die Bundeskanzlerin zu einem starken, verlässlichen Engagement bei der nationalen und internationalen Klimapolitik aufgefordert.

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