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Made in Germany: Klimakiller auf vier Rädern

EU-Ratspräsidentin Angela Merkel hat sich öffentlich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben. Die Frage ist: Was versteht sie darunter? Hat sie das Problem verstanden? Der Streit um die CO2-Grenzwerte in Autoabgasen lässt daran zweifeln. Der Kompromiss, den die EU-Kommission am Mittwoch verkündet hat, geht auf Merkels Konto - zu Lasten des Klimas.

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Das Ergebnis ist kein Erfolg für Deutschland, sondern eine schwere Niederlage, kommentiert Greenpeace-Verkehrsexperte Wolfgang Lohbeck. Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Industriekommissar Günter Verheugen und die deutschen Automobilkonzerne haben Deutschland schweren Schaden zugefügt. Deutschland entwickelt sich zum größten Bremsklotz für den Klimaschutz.

Die europäische Automobilindustrie hat vor neun Jahren eine freiwillige Selbstverpflichtung unterschrieben. Bis 2012, so heißt es darin, wolle man den CO2-Ausstoß der PKW auf 120 Gramm pro Kilometer senken. Genau diesen Wert wollte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas jetzt gesetzlich verankern. Und erntete Protestgeheul aus Deutschland.

Dass gerade die deutschen Autohersteller Sturm laufen, ist kein Zufall. Die deutsche Autoindustrie ist himmelweit vom einstmals unterschriebenen Ziel entfernt. Für Innovation auf ökologischem Gebiet ist sie nicht bekannt. In Deutschland gilt immer noch: Je protziger und schneller, desto besser. 160 bis 170 Gramm CO2 pro Kilometer bei Neuwagen sind durchaus normal. Damit diese unzeitgemäßen Wagen auch verkauft werden, wird die potentielle Kundschaft mit entsprechenden Werbestrategien bearbeitet. Umso befremdlicher ist es, dass die Politik sich wenige Tage nach Erscheinen des neuen UN-Klimareports vor den Karren der Automobilkonzerne spannen lässt.

Das Signal, das heute die EU aussendet, heißt: Noch immer haben die Interessen der Industrie Vorrang vor denen der Bevölkerung, sagt Lohbeck. Und fragt: Warum übernehmen die Deutschen nicht eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz? Warum stellen die deutschen Automobilkonzerne nicht die modernsten und klimafreundlichsten Autos her? Soll man Made in Germany mit klimaschädlichen, nicht-zukunftsfähigen Autos verbinden? Dann werden ausländische Automobilkonzerne uns wirtschaftlich überholen.

Der Flottenverbrauch ließe sich mit neuer Technik halbieren. Das hat Greenpeace bereits vor zehn Jahren mit dem Umbau eines Renault Twingo zu einem hocheffizienten serientauglichen Auto bewiesen. Der Wagen mit dem Namen SmILE verbraucht im offiziellen Messverfahren 3,3 Liter auf 100 Kilometer. SmILE steht für Smart, Intelligent, Light, Efficient (pfiffig, intelligent, leicht, effizient).

Immer wieder einmal werden wir gefragt: Wo kann ich den SmILE kaufen? Die Antwort lautet: Nirgendwo. Bis heute hat sich kein deutscher Autohersteller bereit erklärt, den spritsparenden Kleinwagen zu produzieren.

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