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Klimaschutz-Gretchenfrage an Parlamentarier

Was wir jetzt brauchen, sind ambitionierte Schritte, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch abzuwenden, erklärt Jörg Feddern, Energieexperte von Greenpeace. Gerichtet ist diese Botschaft an die Abgeordneten im Deutschen Bundestag. Sie sind aufgefordert, Farbe zu bekennen. Sie sollen sich für das Reduktionsziel von 40 Prozent der Treibhausgase bis 2020 ohne Wenn und Aber aussprechen. Bis zum 16. Mai 2007 haben 173 von ihnen mit Ja und 13 mit Nein gestimmt. Die restlichen Volksvertreter der insgesamt 614 Mandatsträger im Bundestag haben sich bislang nicht eindeutig oder noch gar nicht entschieden. Anlass der ungewöhnlichen Abstimmung ist die zögerliche Haltung der Bundesregierung, sich für ein klares Reduktionsziel auszusprechen.

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Die Abstimmung läuft seit dem 5. März. Greenpeace hatte zunächst alle Mitglieder des Bundestages angeschrieben. Nach einem Erinnerungsschreiben wurde die Aktion mit Besuchen der ehrenamtlichen Gruppen von Greenpeace in den Wahlkreisen fortgeführt. Seit Dienstag dieser Woche stehen nun Greenpeace-Jugendliche mit einem Klima-Camp vor dem Reichstag.

Noch bis Donnerstag wollen die Jugendlichen mit den Abgeordneten über den Klimawandel und die Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen diskutieren und sie bitten, ihre Stimme für einen konsequenten Klimaschutz abzugeben. Insgesamt wird die Abstimmung bis zum nationalen Energiegipfel Anfang Juli fortgesetzt. Anschließend wird das Endergebnis der Bundeskanzlerin präsentiert.

Letzte Gelegenheit eine wichtige Rolle beim Klimaschutz zu übernehmen, hat Bundeskanzlerin Merkel beim G8-Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni. Hier steht Klimaschutz weit oben auf der Tagesordnung und Frau Merkel hat als Vorsitzende der G8-Staaten entscheidenden Einfluss auf die Ausgestaltung dieses Treffens.

Deutschland als größtem Verursacher von Treibhausgasen in Europa kommt hier eine entscheidende Rolle zu, sagt Jörg Feddern.

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