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Klimawandel überall: Sibirien taut, Afrika verdorrt

Der Klimawandel führt in Sibirien zu einer Kettenreaktion: Durch die globale Erwärmung taut der Dauerfrostboden des riesigen Gebietes auf. Dabei könnten im Laufe der Jahre Milliarden Tonnen Methan und Kohlendioxid aus den Sümpfen der Tundra freigesetzt werden. Beide Treibhausgase verstärken dann wiederum den Klimawandel.

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Einem Bericht der Frankfurter Rundschau zufolge hat ein Forscherteam der Universität Tomsk im Norden Russlands eine vergleichende Untersuchung durchgeführt. Die Wissenschaftler vermaßen und fotografierten Sümpfe, Seen und Pflanzen der arktischen Region Nowij Urengoj. Die Ergebnisse verglichen sie mit Daten, die sie etwa 15 Jahre vorher an gleicher Stelle gesammelt hatten. Dabei stellten sie fest, dass die Fläche der von Tauwasser gespeisten Seen sich deutlich vergrößert hat.

Im Nordosten Sibiriens ist die Durchschnittstemperatur in den letzten 25 Jahren von minus sieben auf minus drei Grad Celsius gestiegen. Im Frühjahr, wenn das Eis schmilzt, kommt es immer häufiger zu Überschwemmungen. Doch der Tauprozess zeigt sich auch anders: Bäume verlieren auf dem tauenden Boden den Halt, Strommasten kippen, Gebäude sacken und werden beschädigt.

Dass der Klimawandel sich beschleunigt, legt auch eine neue Studie der australischen Umweltbehörde nahe. Und auch hier zeigt sich, dass die Folgen des Klimawandels wiederum den Klimawandel verstärken: Weniger Schnee und Eis führen zu mehr dunkleren Landflächen, die mehr Sonnenlicht absorbieren. Das Ergebnis ist eine weitere Erwärmung.

Für Mitteleuropa sagen die Wissenschaftler voraus, dass Hitzewellen wie die des Jahres 2003 zunehmen werden. An die Folgen des Sommers 2003 erinnern wir uns noch: Tausende Menschen starben an der Hitze. Große Flüsse wie Rhein oder Elbe waren stellenweise fast völlig ausgetrocknet. Äcker erinnerten an tote Landschaften.

Bilder, die wir bislang aus Afrika kannten. Anders als in Europa jedoch sind dort unzählige Bauern längst unmittelbar von den Folgen des Klimawandels bedroht. Am Horn von Afrika, in Teilen Kenias, in Somalia und Äthiopien herrscht die schlimmste Dürre seit mindestens zehn Jahren. Es gibt Gegenden, in denen fast zwei Jahre lang kein Regen gefallen ist.

Am Horn von Afrika wie auch in Süden des Kontinents beobachten Fachleute und unmittelbar Betroffene, dass die Regenzeiten immer unregelmäßiger werden. Beginn und Ende sind nicht mehr vorhersagbar. Kommt der Regen zu spät, so verdorren die Pflanzen auf den Feldern. Die Weiden ernähren das Vieh nicht mehr. Flüsse trocknen völlig aus. Der verspätet einsetzende, teils sintflutartige Regen trifft dann auf ausgelaugte Böden und spült die Ackerkrume fort. Millionen Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage.

Wie viele Beweise brauchen wir noch, damit die Welt endlich handelt, fragt Gabriela von Goerne, Klimaexpertin bei Greenpeace. Wir müssen unseren Ausstoß an klimaschädlichen Gasen drastisch verringern. Auch wenn es angesichts der dramatischen Entwicklungen nicht so scheinen mag: Noch können wir das Ruder herumreißen und das Schlimmste verhindern. Um Anpassungsmaßnahmen an stärkere Stürme, Hochwasser oder Dürren kommen wir trotzdem nicht herum. Vor allem müssen die Entwicklungsländer als Hauptleidtragende des Klimawandels von uns Verursachern darin massiv unterstützt werden.

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