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Klimawandel beeinflusst die Lebensmittelpreise

Bei uns ist das Wetter schlecht, in anderen Teilen der Welt katastrophal. So gesehen geht es uns noch gut. Doch auch hierzulande sind die Landwirte unsicher, wie sich die Ernte entwickeln wird.

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In einigen Teilen Deutschlands wurde mit der Getreideernte bereits begonnen. Doch regnerisches Wetter, Hagelschlag und teilweise Überschwemmungen machen es den Bauern nicht leicht, die Ernte einzufahren.

An den Weltagrarbörsen gehen derweil die Preisnotierungen für Mais, Weizen und Raps steil nach oben. Bis vor wenigen Wochen hatte man noch mit ausreichenden Ernten weltweit gerechnet, doch inzwischen sieht die Lage ganz anders aus.

Hitze und lang andauernde Trockenheit in den USA sowie die Überschwemmungen in der russischen Kornkammer am schwarzen Meer lassen befürchten, dass die weltweite Getreideernte deutlich niedriger ausfällt als erwartet.

Wissenschaftler erwarten mehr Extremwetterereignisse und Dürren

Die derzeitige Trockenheit in den USA ist nur die jüngste Episode von unzähligen Extremwetterereignissen in den vergangenen Jahren. Sie könnte aber zusammen mit anderen wetterbedingten Ernteausfällen in anderen Ländern dramatische Folgen haben.

Davon betroffen sind vor allem Menschen mit geringem Einkommen, die einen großen Anteil ihres Geldes für Lebensmittel ausgeben müssen. Entwicklungsländer, die ihre eigene Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt haben oder durch den Klimawandel Ernteeinbußen erleben, sind besonders von steigenden Weltmarktpreisen betroffen.

Aber auch andere Faktoren heizen das Problem an. So ist die industrielle Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und wenigen Anbaufrüchten deutlich anfälliger gegenüber Trockenperioden als bäuerliche Mischkulturen. Und der steigende Run auf Ackerfläche führt in vielen Entwicklungsländern zu Landgrabbing. Statt die heimische Bevölkerung zu ernähren, wird der Ackerboden verkauft oder langfristig an Banken oder fremde Staaten verpachtet.

Denen geht es einzig um ihren kurzfristigen Profit und sie verdienen noch an der Not der Menschen. Auf den Flächen werden dann gewinnbringende Biospritpflanzen oder Futtermittel für den Export produziert, anstatt die heimische Bevölkerung mit regionaler Ware zu versorgen. Die Anzahl und Höhe der Preisausschläge erklärt sich auch daraus, dass die Agrarpreise zusätzlich durch Nahrungsmittelspekulanten angeheizt werden.

Greenpeace fordert daher:

  • Die Ursachen für die immer häufigeren Lebensmittelkrisen und Ungerechtigkeit in der Versorgung müssen an den Wurzeln bekämpft werden.
  • Der Ausstoß an Klimagasen muss drastisch reduziert werden, um die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen.
  • In der Landwirtschaft müssen ökologische, klimafreundliche und die regionale Bevölkerung versorgende Anbausysteme vorrang haben.
  • Food first: der Einsatz von Biokraftstoffen muß der globalen Lebensmittelversorgung untergeordnet und eng begrenzt werden. In Industrieländern muss mit geeigneten Schritten der Fleischverzehr reduziert werden.
  • Lebensmittelspekulationen jenseits der Preisabsicherung der realen Warenwirtschaft müssen verboten werden.

Weitere Informationen zu Lebensmittelspekulationen finden Sie auf den Seiten der Food and Agriculture Organisatin (FAO) der Vereinten Nationen (engl.). Zum Thema Klimawandel und Wetterextreme finden Sie mehr Informationen bei Greenpeace International (engl.).

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