Zuhause in Fukushima, zu Gast im Wendland: Die Familie Nishikata

Die Kinder können nicht mehr draußen spielen. Gras, Blumen, Insekten - alles ist verseucht. Kanako Nishikata ist um die halbe Welt geflogen, um darüber zu berichten. Neuntausend Kilometer von Japan nach Deutschland, um gegen den Castor zu demonstrieren. Nishikata kommt aus Fukushima.
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Welche Zukunft erwartet die Kinder?

Atomkraft war für die alleinerziehende Frau nie ein Thema. Als im März 2011 die Erde bebte, dachte sie nicht an das AKW in ihrer Nähe, nicht an Flucht. Die Panik kam später. Heute macht Nishikata sich Vorwürfe, durch ihre Unwissenheit die Zukunft und Gesundheit ihrer Kinder, 11 und 9 Jahre alt, gefährdet zu haben. Daran werde ich mein Leben lang denken, sagt sie.

Der Super-GAU im AKW Fukushima Daiichi hat ihrer Familie jegliche Sicherheit geraubt. Er hat sie aus ihrem Alltag gerissen, ihren Träumen, ihrem ganz normalen Leben. Sie konnten sich nicht mehr im Freien aufhalten. Keine Fenster öffnen, keine Wäsche draußen trocknen. Der nahegelegene Park war tabu.

Am 1. April verließ sie mit ihren Kindern Fukushima City und zog um in die Nachbarpräfektur Yonezawa. Seitdem haben sie wieder ein Leben ohne Masken, können den Wind spüren, die Sonne auf ihrer Haut fühlen. Die Kinder können draußen spielen, im Schlamm des Flusses wühlen.

Nishikata hat sich dem Fukushima Netzwerk zum Schutz der Kinder vor Radioaktivität angeschlossen und versucht jetzt, das Leben in ihrem Umfeld neu aufzubauen - für ihre Kinder und für alle anderen, die das Unglück getroffen hat. Und sie möchte, dass viele Menschen wissen, wie es heute in Fukushima aussieht.

Kanako Nishikata hat auf der Anticastor-Großdemo in Dannenberg eine ergreifende Rede gehalten. Einen Ausschnitt zeigt unser Video:

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