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Spuren im Eis

US-amerikanische Forscher haben Spuren des Schwermetalls Blei im grönländischen Eis unter die Lupe genommen. In ihrer Studie behaupten sie, anhand der gefundenen Werte das Auf und Ab der nordamerikanischen Industriegeschichte ablesen zu können. An dem Eis lasse sich erkennen, wie viel Blei sich zwischen 1750 und 1998 aus der Atmosphäre auf Grönland festgesetzt hat. Die Schwermetallspuren wurden in einem 135 Meter langen Eisstück nachgewiesen, das vor drei Jahren in Grönland gebohrt wurde.

Die Bleiniederschläge setzten sich ab 1870 fest und wuchsen nur 20 Jahre später auf 300 Prozent an, sagte Joseph McConnell, Professor am Desert Research Institut in Reno, Nevada. Die Verschmutzungswerte von 1890 seien höher als bisher vermutet. Als Ursache kämen sowohl Industrieaktivitäten als auch Umweltverschmutzung in Frage. Die Verfasser der Studie nehmen an, dass das Blei von Fabriken aus den USA und Kanada stammt.

Die Bleiwerte im Eis gingen während der Depression in den 1930er Jahren zurück und während des Industriebooms nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen sie wieder an. Mit dem Aufkommen von bleifreiem Benzin und verstärkten Umweltschutzmaßnahmen Anfang der 1970er Jahre sank die Bleibelastung in Grönland stark. Heute sind die nordamerikanischen Blei-Emmissionen fast bei Null Prozent. Aber die Bleispuren sind immer noch mehr als drei Mal so groß wie die Werte, die von Eisproben stammen, die auf das Jahr 1870 datiert wurden. Die Forscher vermuten, dass die aktuellen Spuren nun aus anderen Ländern stammen.(abu)

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