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Spolana - Giftfass ohne Boden

Laboranalysen der tschechischen Umweltgruppe Arnika haben ergeben, dass sich in der Elbe nahe der umstrittenen Chemiefabrik Spolana polychlorierte Biphenyle (PCBs) im Wasser befinden. Die Umweltschützer zeigten sich von dem Befund überrascht, da sie eigentlich nach DDT gesucht hatten. Wir waren geschockt, sagte Jindrich Petrlik, stellvertretender Vorsitzender von Arnika, in der Online-Ausgabe der Prague Post. Obwohl die gefundenen Werte nicht auf lebensbedrohliche Konzentrationen hinweisen, sind die Umweltschützer besorgt und wollen die Quelle des Giftes finden, bevor sich die Situation verschlimmert.

Die zuständige staatliche Prüfstelle kündigte inzwischen an, mit der Umweltgruppe zusammenzuarbeiten und in den kommenden Wochen weitere Proben zu nehmen. Noch sei nicht bekannt, wo genau und über welche Fläche verteilt das anerkannte Analyselabor die Proben genommen habe, teilte eine Sprecherin mit. Von Seiten der Chemiefabrik war zu erfahren, dass bisher keine Untersuchungen zur Gewässerverunreinigung durch PCBs durchgeführt worden sind. Man gehe aber davon aus, dass es keine Lecks gebe, aus denen das Dauergift entweichen könne.

Spolana ist schon früher dafür kritisiert worden, die Öffentlichkeit nur unzureichend über die Gefährlichkeit der Anlage informiert zu haben. Von 1965 bis 1968 wurden dort Chemikalien für die Herstellung des Entlaubungsmittels 'Agent Orange' produziert. Erst als Arbeiter erkrankten, verzichtete man auf die Produktion. Zurück blieben hochgradig verseuchte Gebäude, darunter auch eins, das zu den weltweit am stärksten mit Dioxin belasteten zählt. Während des Elbe-Hochwassers im August stand das Gelände unter Wasser. Mehr als 80 Tonnen hochgiftiges Chlor traten damals aus und vernichteten die Pflanzen in der Nachbarschaft. (mir)

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