Greenpeace-Aktivisten fordern Ölkonzern BP zur Abkehr vom Öl auf

Öl auf Abwegen

Seit neun Tagen halten Greenpeace-Aktivisten und Aktivistinnen den Öl-Konzern BP in Atem. „Klimanotstand“ steht auf dem Banner, mit dem sie auf eine Ölplattform kletterten.

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Update vom 20. Juni 2019

„BP zerstört das Klima“, steht auf dem Banner: Auch in Deutschland unterstützen Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten seit heute den Protest gegen weitere Ölbohrungen in der Nordsee.  An die Glasfassade der BP-Europazentrale in der Hamburger Hafencity klebten sie ein zweieinhalb Meter großes durchgestrichenes BP-Logo, im Eingangsbereich des Gebäudes bauten sie Ölfässer auf. 

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Wir haben keine Zeit mehr für Ankündigungen, für ein Vertagen auf später. Die Klimakrise nimmt keine Rücksicht auf kurzfristige Wirtschaftsinteressen. Immer mehr Menschen fordern schnelles Handeln statt Lamentieren. Jugendliche gehen weltweit für ihr Recht auf Zukunft auf die Straße. Bei der EU-Wahl wurden die Verhinderer einer konsequenten Klimaschutzpolitik abgestraft. Die Zeit des Vertröstens ist vorbei - für Politik und Wirtschaft.

Deshalb hat der Ölkonzern BP es seit neun Tagen mit hartnäckigen Greenpeace-Aktivisten und Aktivistinnen zu tun. Bereits am 9. Juni erklommen einige von ihnen eine Bohrinsel vor der schottischen Küste, auf dem Wasser begleiteten Schlauchboote die Aktion. „Climate Emergency“ (Klimanotstand) steht auf dem Banner, das damit auch gleich die Begründung lieferte: Das Klima verkraftet keine neuen Ölfelder, um noch mehr Öl zum Verbrennen zu fördern. Doch genau das hat BP mit der Erschließung des Vorlich Ölfeldes vor - entgegen der Ankündigung, den Klimwawandel ernst zu nehmen. 

Öl muss in der Erde bleiben

Statt jedoch Kurs auf die Britische Nordsee zu nehmen, um dort nach Öl zu bohren, blieb der 27.000 Tonnen schwere Koloss aufgrund des Protests erst einmal dort, wo er war – nahe der schottischen Stadt Inverness.

Nach der zweiten Räumung durch die Polizei lief die Plattform "Paul B. Loyd Junior" dann doch noch aus. Die Aktivisten und Aktivistinnen allerdings wurde BP nicht los: Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise begleitet seitdem die Fahrt Richtung Bohrfeld und versucht, BP zur Umkehr zu bewegen. Denn Öl muss da bleiben, wo es ist: in der Erde. 

Berechnungen von BP zeigen: Weltweit bereits erschlossene Quellen könnten den derzeitigen Ölbedarf für die kommenden 50 Jahre decken. Um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen - wie im Pariser Klimavertrag vereinbart - muss die Welt jedoch deutlich früher aus fossilen Energien aussteigen. Der Ausstoß von Treibhausgasen muss bis zum Jahr 2050 weltweit auf null sinken. 

Nur so können die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels verhindert werden. Für BP gibt es nur einen Weg, raus aus dem Öl, rein in den Ausbau Erneuerbarer Energien.

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