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Giftige Gase aus brennenden Trümmern

Die brennenden Trümmer des World Trade Center haben noch mindestens sechs Wochen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 massiv giftige Gase in die Luft abgegeben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die am Mittwoch von der American Chemical Society in New York vorgestellt wurde. Sie widerlegt frühere Behauptungen der Bush-Regierung, von den Trümmern sei keine Gefahr ausgegangen.

Thomas Cahill, Verfasser der Studie und Professor für Physik und Ingenieurswesen, geht von brutalen Bedingungen für die Menschen aus, die vor zwei Jahren vor Ort gearbeitet haben. Der Trümmerhaufen habe sich verhalten wie eine chemische Fabrik. Er verbackte Gebäudeteile und Inhalt, darunter enorme Mengen an Computern, und setzte Gase von giftigen Metallen, Säuren und organischen Verbindungen frei. Die Masse brannte noch bis zum 19. Dezember.

Umweltschützer und Wissenschaftler warnten schon früh, dass Schutt und Schrott der beiden Türme mit Asbest, PVC, Blei, Quecksilber und anderen giftigen Substanzen verseucht sein müssten. Doch die US-amerikanische Umweltbehörde (EPA) spielte das Problem herunter. Ein Jahr nach den Anschlägen waren schon 70.000 Tonnen schrottreifen Stahls per Schiff nach Indien transportiert worden, wo die Ärmsten der Armen ungeschützt Giftmüll aus den Industrieländern recyceln. Mittlerweile hat ein interner Bericht der EPA enthüllt, dass die frühere Fehleinschätzung der Situation auf Druck aus dem Weißen Haus zustande gekommen ist. (sit)

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