Fast Fashion versus grüne Mode

Die Bilder der Modenschauen in New York, London, Mailand oder Paris gehen blitzschnell um die Welt. Wenige Wochen später hängen die Must-Haves dann in den Schaufenstern der großen Ketten. Die Fast-Fashion-Discounter und Supermärkte liefern sich seit Jahren Preiskämpfe - mit der Folge, dass die Kunden sich an Billigware gewöhnt haben und hemmungslos zugreifen.
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Durchschnittlich 60 Kleidungsstücke kauft ein Deutscher im Jahr, nur etwa die Hälfte davon wird regelmäßig getragen. Die andere Hälfte wird im besten Fall recycelt, im schlechtesten Fall landet sie auf dem Müll: In Europa werden jährlich 5,8 Millionen Tonnen Kleidung weggeworfen. 75 Prozent davon enden auf der Müllkippe oder werden verbrannt.

Den Preis für die massenhaften Billigklamotten zahlen Mensch und Natur vor allem in den asiatischen Produktionsländern, wie die Greenpeace-Reports dokumentieren. 300 Tonnen Wasser braucht jede Tonne Stoff. Die Produktion der Kleidung vergiftet Gewässer und Trinkwasser in Ländern wie China, Pakistan und Mexiko.

Deshalb gilt es, weniger und bewusster einzukaufen. Umweltfreundlich und sozial hergestellte Mode ist an verschiedenen Gütesiegeln zu erkennen. Auch wenn momentan noch kein Siegel perfekt ist, empfiehlt Greenpeace die Label von GOTS (Global Organic Textile Standard) oder IVN Best vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft. Beide Label kontrollieren die gesamte Herstellungskette der Modefirmen – vom Anbau der Biobaumwolle bis zum weitgehend rückstandsfreien Produkt. Risiko-Chemikalien sind verboten. Im neuen Greenpeace-Textilratgeber schneiden diese beiden Siegel am besten ab.

Ein weiteres Mittel gegen den umweltschädlichen Billig-Schick: weniger kaufen. Eine wachsende Zahl an Menschen stöbern in Secondhand-Läden oder im Internet bei Kleiderkreisel, gehen auf Kleidertauschparties, leihen sich Kleidung oder „upcyceln“, nähen also aus alten Kleidern neue. Es ist Zeit umzudenken. Weniger ist mehr. Setzen wir auf Kreativität statt Konsum.

(Autorin: Carolin Wahnbaeck)

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