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Erfolg für Greenpeace: Estnische Behörden ermitteln gegen Gifttanker Probo Koala

Der Gifttanker Probo Koala darf den estnischen Hafen von Paldiski für mindestens 24 Stunden nicht verlassen. Gegen das Schiff laufe eine Untersuchung wegen Verschmutzung estnischer Gewässer, erklärten Vertreter der Landesbehörden gegenüber Greenpeace. Ersten Analysen zufolge ähnele die Kontaminierung jener, die zu den Todesfällen in Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, geführt habe. Die Crew des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise hat ihren dreitägigen Protest in Paldiski beendet und nimmt jetzt ihre Ostsee-Tour gegen die Piratenfischer wieder auf.

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Greenpeace begrüßt die Untersuchung. Allerdings kann die 24-Stunden-Frist nur ein erster Schritt sein, das Schiff darf auch danach auf keinen Fall frei gegeben werden. Das Verbrechen, das in der Elfenbeinküste zu acht Todesopfern und Zehntausenden Vergiftungsfällen führte, muss auf internationaler Ebene strafrechtlich verfolgt werden. Es gilt, die kriminelle Szene auszutrockenen, zu der die Probo Koala gehört, und Schlupflöcher in den Gesetzen und Verordnungen zu schließen.

Gegen alle Firmen und Behörden, die den Transfer der tödlichen Giftbrühe in die Elfenbeinküste nicht verhindert haben, muss ermittelt werden fordert Helen Perivier von Greenpeace International. Die Schuldigen müssen vor Gericht, nur so können wir verhindern, dass etwas Ähnliches wieder passiert.

Greenpeace-Aktivisten waren am Montag mit der Arctic Sunrise direkt neben dem Gifttanker vor Anker gegangen. Sie forderten die estnische Regierung und die EU-Behörden auf, gegen den Besitzer und die Chartergesellschaft vorzugehen. Am Mittwoch bat der Umweltminister der Elfenbeinküste seinen estnischen Kollegen um Amtshilfe. In einem Fax, das auch Greenpeace vorliegt, ersuchte er die estnische Regierung, die Festsetzung der Probo Koala anzuordnen.

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