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Detox - der neue Trend

40 Millionen Meter Stoff wurden 2013 in Italien bedruckt – eine Stoffbahn einmal um die Erde. Die ist in Zukunft giftfrei. Ein neuer Erfolg der internationalen Greenpeace Detox-Kampagne.

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Sechs von Italiens größten Textillieferanten haben am Ende der Mailänder Modewoche ein Zeichen gesetzt. Sie haben zugesichert, dass sie von nun an vollständig giftfrei produzieren wollen.

Die Firmen Miroglio, Berbrand, Attilio Imperiali, Italdenim, Besani e Zip stellen unter anderem Textilen und Zubehör her und beliefern damit große italienische Modemarken wie zum Beispiel Versace und Gucci.

Fakten, Fakten, Fakten

Die Firmen sind wahrscheinlich den Wenigsten ein Begriff. Aber hier ein paar Fakten, welche Dimension es hat, wenn ihre Produktion bald frei von giftigen Chemikalien ist.

2013 haben diese Unternehmen sieben Millionen Meter Stoff hergestellt, eine Stoffbahn, die von Rom bis New York reicht. Sie stellten 35 Millionen Knöpfe und Reißverschlüsse her, die Zahl entspricht der Einwohnerzahl Tokios. Und diese Verpflichtung könnte pro Jahr direkt oder indirekt rund 70 Millionen Kleidungsstücke betreffen.

Mit Ehrgeiz voran

Es ist die bislang ehrgeizigste Detox-Verpflichtung. Denn die Unternehmen haben vorab schon acht der elf wichtigsten Chemikaliengruppen aus dem Verkehr genommen und sich dann erst der Detox-Kampagne angeschlossen. Auch die Verpflichtung zur Transparenz wird ernst genommen: Die Öffentlichkeit wird die Möglichkeit haben, auf den Websites der Unternehmen jeden Schritt mitzuverfolgen, den diese auf dem Weg hin zu giftfreien Kleidern unternehmen.

Diese führenden italienischen Zulieferer setzen einen neuen Standard in der Branche und zeigen, dass der giftfreie Trend die Industie erobert. Sie beweisen, dass Unternehmen dazu beitragen können, die weltweite Wasserkrise zu bekämpfen und schöne, giftfreie Mode herzustellen.

Es wird höchste Zeit

Im Februar hatte Greenpeace den Sektor der Luxusmode aufgefordert, Mode ohne Umweltverschmutzung herzustellen. Einige Firmen, wie zum Beispiel Valentino und Burberry, haben darauf reagiert und das Detox-Abkommen unterzeichnet. Eine ganze Reihe anderer Firmen wie Louis Vuitton und Dolce & Gabbana blieben bis heute im Rückstand.

Jetzt haben ihre Lieferanten zugesagt, giftfreie Ware zu liefern. Worauf warten die Labels also noch. Der Druck wächst und es ist längst möglich, wunderschöne Mode ohne Gift zu kreieren. 

In Deutschland verhandelt Minister Müller derzeit mit der Textilindustrie über Produktionsstandards. Doch die Industrie übt Druck auf ihn aus, um die Vorgaben so niedrig wie möglich zu halten. Fordern Sie hier den Minister auf, diesem Druck nicht nachzugeben. 

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