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Auf Tour gegen Umweltkriminalität

Mit einer Pressekonferenz ist am Freitag in der indischen Hafenstadt Mumbai die Tour des Greenpeace-Flaggschiffs Rainbow Warrior gegen Unternehmenskriminalität eingeleitet worden. Ananthapadmanabhan, Geschäftsführer von Greenpeace Indien, erklärte, Unternehmen profitierten zwar von der Globalisierung, würden aber nicht global für ihre Aktivitäten verantwortlich gemacht.

Multinationale Konzerne stehen für eine langjährige Geschichte doppelter Standards. Die Geschäftspraktiken ihrer Tochtergesellschaften fügen den Menschen und der Umwelt vor allem in ärmeren Ländern oft schweren Schaden zu. Die Mutterkonzerne aber weigern sich, für diese Schäden zu haften. Indien bietet zahlreiche Beispiele für ein solches Geschäftsgebaren.

Das schlimmste Beispiel für Unternehmenskriminalität dürfte Bhopal sein, wo sich im Dezember 1984 die bislang größte Chemiekatastrophe der Welt ereignete. Allein 8.000 Menschen starben innerhalb der ersten drei Tage nach dem Desaster. Mindestens 12.000 weitere Menschen starben seitdem an den Folgen, rund 150.000 leiden bis heute an chronischen Krankheiten.

Ursache des Unglücks waren Einsparungen bei den Sicherheitsvorkehrungen durch das verantwortliche Unternehmen Union Carbide. Union Carbide wurde mittlerweile vom Chemiemulti Dow Chemical aufgekauft, der jegliche Haftung verweigert. Die Tour der Rainbow Warrior beginnt aus gutem Grund in Mumbai, dem früheren Bombay: Dort befindet sich die Zentrale der indischen Dow-Tochter.

Eine der nächsten Stationen der Schiffstour wird Alang sein, wo indische Arbeiter ausgemusterte Schiffe aus aller Welt abwracken. Schätzungsweise jeder Vierte der rund 40.000 Arbeiter erkrankt mangels Schutzvorrichtungen an Krebs. In Handarbeit - mit Hämmern, Sägen, kleinen Schneidbrennern - werden die alten Schiffe auseinander genommen. Mit der Hand wird Asbest ausgebrochen. Arbeitsbedingungen, die in den Herkunftsländern der Schiffe unvorstellbar sind und für deren Folgen niemand haftet. (sit)

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