Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Nach Asse erst recht: Anti-Castor-Demo in Gorleben!

Anfang November rollt wieder der Castor Richtung Gorleben. Tausende Atomkraftgegner werden ihn begleiten - nach dem Skandal im Versuchsendlager Asse nun erst recht. Am Samstag, dem 8. November versammeln sich Gegner aus dem ganzen Bundesgebiet beim Zwischenlager Gorleben zur großen Demo. Auch Greenpeace ist dabei.

  • /

Im Zwischenlager Gorleben werden seit Jahren Fakten für ein Endlager geschaffen, das es noch nicht gibt. Experten bezweifeln die Eignung des benachbarten Salzstocks Gorleben schon seit langem. Im Jahr 2000 einigten Bundesregierung und Atomindustrie sich auf ein Moratorium. Der Salzstock sollte für mindestens drei und höchstens zehn Jahre nicht weiter erkundet werden.

Acht dieser zehn Jahre sind vergangen. Eine Lösung des Atommüllproblems ist nach wie vor nicht in Sicht, der strahlende Müllberg aber stetig gewachsen. Der Müll steht nebenan, in der 5.200 Quadratmeter großen Halle des Zwischenlagers. Wie praktisch wäre es, ihn ein paar Meter weiter im Salzstock versenken zu können.

Mit dem Schlamassel in Asse ist die Problematik der Endlagerung offenkundig geworden, sagt Atomexperte Heinz Smital von Greenpeace. Sie nimmt in der öffentlichen Debatte jetzt den Skandalplatz ein, der ihr zusteht. Die angeblich sichere Endlagerung von Atommüll ist gescheitert.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Fukushima-Report 2020

Die Strahlungsmessungen in der Region Fukushima aus dem Herbst 2019 zeigen: Unwetter wie der Taifun Hagibis führen zum Auftreten neuer radioaktiver Hotspots. Auch in den Gebieten, in denen im Sommer 2020 die Olympiade stattfinden soll.

Fukushima-Report: Kinder und Arbeiter

Kinder und die Dekontaminierungsarbeiter leiden besonders unter der radioaktiven Strahlung in Fukushima. Sie ist auch acht Jahre nach dem Atomunfall in Japan noch viel zu hoch.

Mehr zum Thema

Beim Ausstieg geschlampt

Der finanzielle Ausgleich für die Betreiber von Atomkraftwerken muss neu geregelt werden. Das ist im Sinne Vattenfalls und peinlich für die Bundesregierung.

Lösung für immer gesucht

Der Zwischenbericht zur Suche eines Endlagers für Atommüll schlägt 90 Regionen zur weiteren Erforschung vor. Gorleben ist nicht darunter. Interview mit Atomexperte Heinz Smital.

Gorleben ist Geschichte!

Ein Wunder ist geschehen: Das Endlager Gorleben ist vom Tisch. Weil der Salzstock kein sicherer Platz für Atommüll ist. Persönliche Betrachtung eines unglaublichen Erfolgs.