Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Erneut Atomtransport in Bremerhaven

Am Freitagabend hat das russische Gefahrgutschiff Zamoskvorechye Bremerhaven angelaufen. An Bord: Urandioxid - das Ausgangsmaterial für Brennelemente. Einmal im AKW eingesetzt, wird es hochradioaktiv und geht später im Castorbehälter wieder auf die Reise.

  • /

Um 17:30 Uhr machte das aus St. Petersburg kommende Atomschiff an der Stromkaje fest. Entladen wurden zwei Container mit Urandioxid, die dann auf zwei LKW verladen wurden. Ziel: die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen. Dort sollen aus dem Material frische Brennelemente gefertigt werden. Nach dem Einsatz im Atomkraftwerk wird hieraus hochgefährlicher Atommüll, der Jahrtausende strahlt - eine Atommüllspirale ohne Endlager, weltweit.

Die Landesregierung in Bremen will keine Atomtransporte in den bremischen Häfen. Das hat sie in den vergangenen Wochen immer wieder geäußert. Greenpeace fordert, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen.

In der Stadt Lübeck gibt es seit Jahren keine Atomtransporte mehr. Die politisch Verantwortlichen haben bereits vor rund 20 Jahren gehandelt. Sie haben den Hafen von Lübeck 1990 teilentwidmet. Der Hafen wurde für Atomtransporte gesperrt. Greenpeace fordert den Senat in Bremen und die politisch Verantwortlichen in Bremerhaven auf, dem Beispiel von Lübeck zu folgen.

In Bremerhaven wurde mit den Hafenwelten eine Tourismusattraktion geschaffen. Hunderttausende Touristen besuchen die Innenstadt und in Sichtweite werden Atomtransporte umgeschlagen. Das passt nicht zusammen, so der Sprecher der Bremerhavener Greenpeace-Gruppe, Hendrik Sündermann.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Unequal Impact

Menschenrechtsverletzungen bei Frauen und Kindern nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi. Report in englischer Sprache.

Mehr zum Thema

Es ist zwei vor Zwölf

Die UN wollen Atomwaffen verbieten, der Vertrag wird gerade ratifiziert. Nur: die Atommächte machen nicht mit. Ein Interview mit Greenpeace-Experte Heinz Smital und Alexander Lurz.

Sicherheit ist gutes Recht

Frankreichs AKW haben ernste Sicherheitsmängel; darauf machten Greenpeace-Aktivisten mit friedlichem Protest aufmerksam. Ein AKW-Betreiber zog vor Gericht – mit mäßigem Erfolg.

Schlechter Gewinner

Frankreichs Präsident Macron wird für seine Vision Europas mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Doch sein Beharren auf Atomkraft verdient keine Würdigung, sagen Greenpeace-Aktivisten.