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Atomunfall: ... wenn Politiker zu Wahrsagern werden

Es ist falsch, wenn die Minister aus den unionsgeführten Bundesländern behaupten, ein solcher Störfall wie in Forsmark, Schweden, vor zwei Wochen könnte hier in Deutschland nicht passieren. Denn bis heute ist die Ursache für den Störfall unklar. Der entscheidene Bericht über den Hergang des Störfalls, den die schwedische Atomaufsichtsbehörde (SKI) vom Betreiber Vattenfall gefordert hat, liegt der SKI noch nicht vor.

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Wer die genaue Ursache noch nicht kennt, kann und darf einen ähnlichen Verlauf für andere Atomkraftwerke auch nicht aussschließen, erklärt Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace. Die Äußerungen der einzelnen Umweltminster klingen nach Beschwichtigung und basieren nicht auf einer genauen Untersuchung der Ursachen.

Wir empfehlen den Ministern, einmal einen Blick in einen im Mai von der Internationalen Atomenergie Behörde (IAEO) veröffentlichten Bericht zu werfen. Darin wird für alle Atomkraftwerke vor den Folgen eines Ausfalls der unterbrechungsfreien Stromversorgung gewarnt und besonders auf die Gefahr des Ausfalls der Instrumente und den Verlust der Kontrolle hingewiesen. Die Ankündigung des Bundesumweltministers, die Ursachen weiter prüfen zu lassen, ist deshalb absolut notwendig.

Wunschdenken: Ticken deutsche AKW anders?

Die unionsgeführten Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern äußerten sich in ihren Berichten überzeugt, die zur Reaktorkühlung nötige Stromversorgungstechnik deutscher Kernkraftwerke sei - anders als in Forsmark - sicher. Ähnliche Störfälle seien nicht zu erwarten.

Dabei verwiesen sie auf die in deutschen Atomkraftwerken angeblich nicht vorhandenen Wechselrichter, die in der schwedischen Anlage ohne Zweifel Teil des Problems waren. Dem widersprechen wir. Jedes Atomkraftwerk hat auch Wechselrichter, sagt Heinz Smital.

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